Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David Ensikat

Kleines Land, große Mauer

Die DDR für alle, die (nicht) dabei waren

Cover: Kleines Land, große Mauer

Piper Verlag, München 2007
ISBN-10 3492049761
ISBN-13 9783492049764
Gebunden, 207 Seiten, 16,90 EUR

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Klappentext

David Ensikat erzählt die Geschichte der DDR auf unterhaltsame, leicht zugängliche Weise. Dabei begegnen wir dem eifrigen Funktionär ebenso wie dem regimekritischen Pfarrer, der heimlich für die Stasi arbeitet. Wir lernen, wie man durch das Verfahren des "Zettelfaltens" eine Wahl mit sagenhaften 99 Prozent Zustimmung gewinnt obwohl doch überall im Land die Leute über den "Scheiß Osten" schimpfen; wir erfahren, wie die Geheimpolizei Menschen zum Verrat am besten Freund anstiftete, wie viele Beifallsarten es bei einem Parteitag gab, wie es zur "Kaffeekrise" kam und warum eine empörte Verkäuferin dem Schüler David E. ins Hausaufgabenheft schrieb, er benehme sich "unmöglich" im Spielwarenladen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.09.2007

Rezensent Axel Dossmann bescheinigt David Ensikat für sein DDR-Buch einen gewissen Willen zu einer "radikalen Trivialisierung und Stereotypisierung". Das Buch insgesamt hält er denn auch für eine Fehlleistung. Denn in den 33 "Häppchengeschichten", aus denen es seinen Informationen zufolge besteht, würden viele historischen Zusammenhänge ohne Not verkürzt und damit falsch dargestellt. Der in Ostberlin geborene Ensikat verschanze sich hinter "formelhaften Merksätzen" und Klischees, statt von sich und seinen Erfahrungen zu berichten. Der von ihm skizzierte Realsozialismus gerate so schnell zur Groteske, die Lichtjahre von den klugen etwa eines Jakob Hein entfernt sei. Insgesamt wirkte das Buch auf den Rezensenten wie ein Märchen, "das Opa seinen Kindern zum Einschlafen" über Diktatur, Demokratie und die Deutschen erzählt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.08.2007

Rezensent Philipp Wurm findet durchaus amüsante Momente in diesem Buch über die DDR, dessen Erzählstil er als "kindgerecht" bezeichnet. Mit diesem scheinbar naiven Duktus und einer "fast schon frechen Schlichtheit" gelingt es dem in der DDR aufgewachsenen und heute beim Tagesspiegel arbeitenden David Ensikat, "die Absurditäten einer Parteidiktatur bloßzustellen". Er schaut mit einer gewissen "Süffisanz" auf das Leben im sozialistischen Deutschland. Obwohl das teilweise sehr unterhaltsam sei, dürfe man von diesem Buch keine neuen Einsichten erwarten, baut Wurm allzu hohen Erwartungen vor. Weswegen er es auch ein bisschen bedauerlich zu finden scheint, dass Ensikat den Niedergang der DDR dann doch irgendwie deuten will.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren