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David Bezmozgis
Natascha
Klappentext
Aus dem Kanadischen von Sylvia Morawitz. Anfang der achtziger Jahre emigrierte David Bezmozgis mit seinen Eltern aus dem sowjetischen Lettland nach Kanada. Sein Debüt "Natascha" ist vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen als Einwandererkind entstanden. Bezmozgis Hauptfigur, der junge Mark Berman, erzählt von den ersten tapsigen Anpassungsversuchen seiner lettisch-jüdischen Familie im Toronto der Achtzigerjahre. Nicht allein eine neue Sprache muss erlernt werden. Werbezettel für die Massagepraxis des Vaters müssen geschrieben und verteilt, neue Kunden durch Hausbesuche gewonnen werden. Ehen werden unter den Neuankömmlingen geschlossen und ebenso schnell wieder aufgelöst, wenn es der Wohnungsfindung dient. Aber auch die Liebe kommt aus Russland, in Gestalt von Marks vierzehnjähriger Cousine Natascha.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2005
Dem Rezensenten Andreas Breitenstein hat es sehr gefallen, wie David Bezmozgis in seinem Erstling "Natascha", der von der Ankunft einer jüdischen Familie aus dem Baltikum in Toronto handelt, die eigene Erfahrung des "Dazugehörens und Fremdbleibens" verarbeitet. Was der Leser in dem Roman vorfinde, sei ein Leben im Zustand ständigen Novizentums. Denn wo kommunistisch geprägtes jüdisches Leben auf den kapitalistischen Westen treffe, komme es zwangsläufig zu Orientierungslosigkeit und Konflikten, die Bezmozgis mit viel Sinn für Tragikomik in Szene setze. Dabei erweise sich Bezmozgis als "Meister der komischen Verknüpfung von existenziellen Gegensätzen". Inmitten der anrührend skurrilen Episoden hat jedoch vor allem der Blick auf das ferne Russland das Interesse des Rezensenten geweckt. Denn Russland sei zwar bei Bezmozgis die große Desillusion, trotzdem nehme der Autor es "ernst in (seiner) Andersheit". Mit seiner "zärtlichen Beschreibung, seiner luziden Melancholie und seinem lakonischen Witz", so der Rezensent, führt Bezmozgis den Leser ein in eine ihm unbekannte oder nur schemenhaft imaginierte Welt. Eine Welt, in der zumindest eines sicher ist: "Man mag sich als Jude auf der Welt verlieren, der Liebe seiner Mamme aber entkommt man nicht so schnell."

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.03.2005
Erstaunliche Einwanderergeschichten hat Rezensent Maik Söhler in diesem Buch gelesen: Der David Bezmozgis erzählt darin von Schicksal seiner jüdischen Familie, die in den siebziger Jahren die Sowjetunion verlässt, um in Toronto ihr Glück zu versuchen. Bezmozgis verzichtet in seinem Debütroman sowohl auf allzu "nostalgische" als auch "verteufelnde" Rückblicke auf das Leben in der Sowjetunion; die Schwierigkeiten der Auswanderer beginnen im Gegenteil erst mit ihrer Ankunft in Kanada. Lobende Worte findet der Kritiker auch für den Aufbau der Geschichten, die "alle in sich und auch zusammengenommen" zwar einen "Abschluss" haben, aber doch "mit wenigen Worten" so große Wirkung erzielen, dass Söhler jetzt auch gern wüsste, was nun aus den Protagonisten dieser Geschichte geworden ist.

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