Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
5 CDs mit 300 Minuten Laufzeit. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts machen sich zwei junge Deutsche an die Vermessung der Welt. Der eine, Alexander von Humboldt, kämpft sich durch Urwald und Steppe, befährt den Orinoko, kostet Gifte, zählt Kopfläuse, kriecht in Erdlöcher, besteigt Vulkane und begegnet Seeungeheuern und Menschenfressern. Der andere, der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß, der sein Leben nicht ohne Frauen verbringen kann und doch in der Hochzeitsnacht aus dem Bett springt, um eine Formel zu notieren - er beweist auch im heimischen Göttingen, dass der Raum sich krümmt. Alt, berühmt und ein wenig sonderbar geworden, treffen sich die beiden 1828 in Berlin. Doch kaum steigt Gauß aus seiner Kutsche, verstricken sie sich in die politischen Wirren Deutschlands nach dem Sturz Napoleons. Mit Fantasie und viel Humor beschreibt Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies, ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gradwanderung zwischen Einsamkeit und Liebe, Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg - ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Kraft und Brillanz.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.12.2005
Gustav Seibt ist des Lobes voll für Daniel Kehlmann. Hier verdichte sich ein "Genieverdacht", schreibt der Rezensent. Seibts Lackmustest: Wenn sich ein Vortragender vom Format eines Ulrich Matthes eines Texts annehme, dann treten Schwächen in grausamer Kenntlichkeit zu Tage. Das geschieht aber nicht, wenn Matthes Kehlmanns "Die Vermessung der Welt" liest, einen Roman über Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß, konstatiert der Rezensent. Und da bleibt nur eine Schlussfolgerung: der Text taugt was! Seibt attestiert dem Roman das "Zeug zum Bühnenstück"; Matthes spielt gut mit und setzt "sein schier grenzenloses Register zurückhaltend" ein - ein Gipfeltreffen zweier Intellektueller. Besonders weist Seibt auch noch auf das Beiheft hin, das mit seinen "frechen", kritisch-klaren Kommentaren sein Gefallen gefunden hat.
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