Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow und Patricia Klobusiczky. Noch nie musste Bodicea Lashley härter arbeiten, um nie mehr arbeiten zu müssen. Denn sie hat große Pläne. Spätestens an ihrem dreißigsten Geburtstag im Jahr 2000 will sie es geschafft haben: Apartment in der Fifth Avenue, Reisen, Sportflitzer, das Gucci-Kleid, die Chanel-Accessoires - was eine Frau eben zu ihrer Freiheit braucht. Und: den Ehering - nicht unbedingt den Mann dazu - von einer der hundert reichsten "Brieftaschen" der Welt. Bo ist ein Fleisch gewordener Männertraum, aber, damit das gleich klar ist, keine "Professionelle". Dazu hat sie viel zu viel Stil, Köpfchen und, nun ja, leider, Herz. Darum hegt sie einen stillen, aber gewaltigen Groll, als sie erfahren muss, dass einer ihrer derzeitigen Sugardaddys, Senator Owen Albright, die Zahlungen einstellen will. Und dann stirbt auch noch der Mann, der ihr teures Apartment finanziert. Trost findet Bo nur bei ihrem Busenfreund Napoleon, der zwar ein Schatz ist, aber leider enterbt - und schwul. Es sieht schlecht aus mit Plan A. Ziemlich verzweifelt fährt Bo über Silvester ins gediegene Aspen und muss die begehrten High-Society-Feten zur Jahrtausendwende mit einem mittellosen Journalisten abklappern. Doch da kommt ihr der Zufall zu Hilfe, und Plan B tritt in Kraft ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2000
Stephan Maus gießt seinen gesammelten Spott über diesem Buch aus. Der Lebensweg der Protagonistin sei nach "vulgärpsychologischem Schnittmuster" geschneidert, in dem allenthalben von erlittener Seelenqual geraunt werde. In einem Potpourri aus "Binsenweisheiten" und "unverbindlichem Geschäker" schleppe sich der Leser durch den 400-Seiten-Roman, dem es an Spannung und Dramaturgie dramatisch mangele, so der Rezensent bissig. Während B. E. Ellis in seinem Roman "American Psycho" aus den "betörenden Oberflächen" der Konsumwelt Literatur gemacht habe, erzeuge der Autor mit seiner Geschichte aus der Glamour-Welt einer First-Class-Hure lediglich "harmlose Zielgruppen-Literatur für Lifestyle-Victims". Und so rät Maus abschließend allen, die einen Unterschied zwischen einem Hollywood-Drehbuch und einem literarischen Werk erwarten, eindringlich von der Lektüre dieses Romans ab.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.08.2000
Die Reichen werden vorgeführt, ihr Leben als oberflächlich entlarvt, und stattdessen die Familie gepriesen - man kennt das aus unzähligen amerikanischen Filmen. Heribert Hoven ist jedenfalls enttäuscht vom "Millenium Girl", das aus der Feder des vierzigjährigen Drehbuchautors Coerte F. W. Felske stammt und ihn von weitem an "American Psycho" erinnert, wenn aus umgekehrter Sicht die Männerwelt inspiziert wird. Da wird die Jagd nach gutbetuchten Männer beschrieben, denen blondgelockte Mädels nicht nur die Brieftasche, sondern sogar einen Ehevertrag abluchsen wollen. Immerhin sei die Geschichte locker und flockig erzählt, meint Hoven, und biete einige geistreiche Pointen. Die muss er allerdings in seiner Kritik gut versteckt haben.
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