Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Zwei Mittdreißiger im Labyrinth einer leidenschaftlichen Beziehung - eine mitreißende Geschichte von Liebe, Hass, Unterwerfung und Machtphantasien. Mit bitterer Komik führt Christoph D. Brumme ein Liebesverhältnis vor, das zum Verhängnis wird.Bei ihrer ersten Begegnung ist klar, dass etwas noch nie Dagewesenes beginnt. Hannah zieht ihre Ringe von den Fingern und erzählt zu jedem eine Geschichte. Alle handeln von Fluchten, und sie ziehen ihr Gegenüber unwiderstehlich in ihren Bann. Folgerichtig endet der erste Abend im Bett. Hannah und der namenlose Erzähler werden ein Paar, obwohl sie sich weigert, ihre Kleider abzulegen. Überhaupt bleibt ihr Verhalten rätselhaft ...
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2003
Um die Liebe geht es in Christoph Brummes neuem Roman, vielmehr um das Reden über die Liebe, um hinlänglich bekannte "Wort- und Scheingefechte", wie Rezensentin Claudia Kramatschek es nennt, Dialoge, die die Liebe häufig schon verraten, bevor sie richtig beginnt und die nicht selten, wie auch im vorliegenden Roman, in körperliche Gewalt umschlagen. Kramatschek findet, dass Brumme die Gestaltung dieses altbekannten Phänomens wunderbar gelungen sei. Besonders lobt sie seinen schwarzen Humor und den Sinn für das groteske Detail und bemerkt abschließend, dass Brumme nach seinem strahlenden Debüt "Nichts als das" von 1994 und dem darauf folgenden Totalverriss seines 1997 erschienenen zweiten Buches nun eine "unterhaltsame Rückkehr gelungen" sei.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002
Der Titel ist irreführend und verharmlosend, warnt Katharina Döbler, er werde dem explosiven Inhalt des Romans keineswegs gerecht. Auch die ersten Seiten des Romans wirkten noch harmlos, wie eine dieser hyperrealistischen Liebesgeschichten mit viel Sex, die zumindest Döbler nicht mehr aufgetischt bekommen möchte. Doch schon im vierten Kapitel landet der Leser dort, wo andere Liebesromane längst zu Ende sind: in der Ehehölle. Szenen einer Ehe, die Döbler in Kraft und Bösartigkeit ihrer Dialoge teilweise an Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" erinnern. Überhaupt findet sie mehr dramatische als epische Elemente in diesem Roman, der ein ganzes Feuerwerk an Wortgefechten, Beleidigungen, Anschuldigungen abbrennt, um dann wieder in banalste Alltäglichkeit von schneidender Kälte zu fallen. Es ist wie beim Fechten, meint Döbler, gewinnen kann keiner, Verletzungen tragen beide davon. Brummes Blick bleibe mitleidlos. Einziges Manko scheint Döbler, dass die Rollenverteilung - männlich, weiblich, stark, schwach - ziemlich lange eindeutig bleibt, doch auch dieses "Gleichgewicht des Schreckens" komme am Ende ins Wanken. Die Kampfmethoden werden zusehends unkonventioneller, versichert Döbler.
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