Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christoph D. Brumme

Süchtig nach Lügen

Roman

Cover: Süchtig nach Lügen

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2002
ISBN-10 3462031317
ISBN-13 9783462031317
Gebunden, 168 Seiten, 16,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Zwei Mittdreißiger im Labyrinth einer leidenschaftlichen Beziehung - eine mitreißende Geschichte von Liebe, Hass, Unterwerfung und Machtphantasien. Mit bitterer Komik führt Christoph D. Brumme ein Liebesverhältnis vor, das zum Verhängnis wird.Bei ihrer ersten Begegnung ist klar, dass etwas noch nie Dagewesenes beginnt. Hannah zieht ihre Ringe von den Fingern und erzählt zu jedem eine Geschichte. Alle handeln von Fluchten, und sie ziehen ihr Gegenüber unwiderstehlich in ihren Bann. Folgerichtig endet der erste Abend im Bett. Hannah und der namenlose Erzähler werden ein Paar, obwohl sie sich weigert, ihre Kleider abzulegen. Überhaupt bleibt ihr Verhalten rätselhaft ...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.03.2003

Um die Liebe geht es in Christoph Brummes neuem Roman, vielmehr um das Reden über die Liebe, um hinlänglich bekannte "Wort- und Scheingefechte", wie Rezensentin Claudia Kramatschek es nennt, Dialoge, die die Liebe häufig schon verraten, bevor sie richtig beginnt und die nicht selten, wie auch im vorliegenden Roman, in körperliche Gewalt umschlagen. Kramatschek findet, dass Brumme die Gestaltung dieses altbekannten Phänomens wunderbar gelungen sei. Besonders lobt sie seinen schwarzen Humor und den Sinn für das groteske Detail und bemerkt abschließend, dass Brumme nach seinem strahlenden Debüt "Nichts als das" von 1994 und dem darauf folgenden Totalverriss seines 1997 erschienenen zweiten Buches nun eine "unterhaltsame Rückkehr gelungen" sei.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.10.2002

Der Titel ist irreführend und verharmlosend, warnt Katharina Döbler, er werde dem explosiven Inhalt des Romans keineswegs gerecht. Auch die ersten Seiten des Romans wirkten noch harmlos, wie eine dieser hyperrealistischen Liebesgeschichten mit viel Sex, die zumindest Döbler nicht mehr aufgetischt bekommen möchte. Doch schon im vierten Kapitel landet der Leser dort, wo andere Liebesromane längst zu Ende sind: in der Ehehölle. Szenen einer Ehe, die Döbler in Kraft und Bösartigkeit ihrer Dialoge teilweise an Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" erinnern. Überhaupt findet sie mehr dramatische als epische Elemente in diesem Roman, der ein ganzes Feuerwerk an Wortgefechten, Beleidigungen, Anschuldigungen abbrennt, um dann wieder in banalste Alltäglichkeit von schneidender Kälte zu fallen. Es ist wie beim Fechten, meint Döbler, gewinnen kann keiner, Verletzungen tragen beide davon. Brummes Blick bleibe mitleidlos. Einziges Manko scheint Döbler, dass die Rollenverteilung - männlich, weiblich, stark, schwach - ziemlich lange eindeutig bleibt, doch auch dieses "Gleichgewicht des Schreckens" komme am Ende ins Wanken. Die Kampfmethoden werden zusehends unkonventioneller, versichert Döbler.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren