Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Christine Landfried

Das politische Europa

Differenz als Potenzial der Europäischen Union

Cover: Das politische Europa

Nomos Verlag, Baden-Baden 2002
ISBN-10 3789081957
ISBN-13 9783789081958
Kartoniert, 401 Seiten, 49,00 EUR

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Klappentext

In diesem Buch werden empirisch und theoretisch neue Wege der Europaforschung beschritten. Erstmals wurden die Mitglieder der Kommission Santer und der Kommission Prodi interviewt. Die verbreitete These, in der Kommission seien Technokraten am Werk, wird widerlegt. Es wird gezeigt, dass sich in den Verträgen, den europäischen Programmen der Sozial-, Umwelt- und Kulturpolitik und in den Strukturen der Willensbildung erste Ansätze einer politischen Ordnung beobachten lassen. Das Entstehen einer politischen Ordnung in der EU wird differenztheoretisch erklärt. Die Arbeit schließt mit dem Vorschlag, eine gemeinsame Konferenz der nationalen Parlamente und des Europäischen Parlamentes einzurichten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2003

Als "ebenso intensive wie originelle" Arbeit über die EU als "Problemlösungsverbund" würdigt Rezensent Leonhard Neidhart das Buch "Das politische Europa" der Politikwissenschafterin Christine Landfried. Auch wenn es dem Normalleser etwas "weitschweifig" erscheinen möge, Neidhart findet das Buch "gut lesbar". Besonders gefällt ihm, dass Landfried nicht erst das "ganze Arsenal von Theorien" wiederholt, sondern gleich zum Thema kommt und "sachbezogen" schreibt. Wie Neidhart ausführt, analysiert Landfried, in wie weit eine Politikform der "demokratischen Kommunikation über Differenz" in der EU bereits praktiziert wird und wie die Institutionen beschaffen sein müssen, damit "demokratische Kommunikation über Differenz" möglich wird. Landfrieds Vorschlag, eine "Konferenz der Parlamente in Europa" für eine "demokratische Kommunikation" zu schaffen, erscheint unserem Rezensenten sinnvoll.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.09.2003

Cornelia Bolesch freut sich über ein Buch, das sich mit Optimismus von den schwarzmalerischen "Katastrophengemälden" absetze, die das Projekt EU entweder im bürokratisch-zentralistischen Horror oder im Dschungel der widerstreitenden Partikularinteressen münden sehen. Die Politikwissenschaftlerin Landfried setze dem entgegen, dass gerade die Differenzen innerhalb der Union ein großes Potenzial für die erfolgreiche Gestaltung der Gemeinsamkeit in sich tragen, wenn - und damit entgehe die Autorin der Falle des bedenkenlosen Optimismus - es gelinge, "den Wettbewerb der Ideen in einen Gesamtentwurf einzubinden". Das aber könne nur gelingen, wenn sich nicht allein das Europaparlament, sondern auch die nationalen Parlamente der Aufgabe widmen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2003

Die EU, da sind sich Politikwissenschaftler und der Rezensent Stefan Fröhlich einig, ist ein unübersichtliches und überkomplexes System. Es gibt massenweise Entscheidungsebenen und politische Akteure, es gibt das Bestreben der Vereinheitlichung und die nationalen Unterschiede. Die Lösung, wie sie dieses Buch beschreibe: Differenz als Chance für ein neuartiges Integrationsmodell. Die systematische Unübersichtlichkeit soll durch Reformen in eine funktionierende "polyarchische" Struktur überführt werden, und das sei auch längst im Gange. Landfrieds empirische Studie zeige die sich abzeichnende Entwicklung, die einhergeht mit zunehmender "demokratischer Kommunikation zwischen politischen Eliten und Bürgern" und damit der Herausbildung einer europäischen Öffentlichkeit. Die EU hat sich demnach von einem rein wirtschaftlichen zu einem politischen Gebilde gewandelt und zugleich "in verschiedene Funktionssysteme mit jeweils unterschiedlichem Grad an Vergemeinschaftung ausdifferenziert". Das alles demonstriere die Autorin anhand von europäischer Sozialpolitik und Umweltpolitik, wobei der Rezensent aus etwas diffusen Gründen der Aussagekraft der Beispiele misstraut. Denn eigentlich stimmt er mit Landfrieds Befunden überein.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren