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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Chaim Potok

Zebra

Geschichten aus Amerika. (Ab 12 Jahre)

Cover: Zebra

Carl Hanser Verlag, München 2002
ISBN-10 3446201890
ISBN-13 9783446201897
Gebunden, 209 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Chaim Potoks Geschichten erzählen von den großen und kleinen Ereignissen, die ein junges Leben erschüttern können: ein Unfall, der Verlust eines geliebten Menschen oder die Geheimnisse, die sich dicht unter der Oberfläche eines heilen Familienlebens verbergen. Diese Begebenheiten stehen alle am Beginn des Erwachsenenlebens. Auf den ersten Blick sind Potoks Helden Teenager, wie sie überall in der westlichen Welt leben könnten. Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich das Amerikanische umso deutlicher. Sechs poetische Geschichten vom Erwachsenwerden sowie Momentaufnahmen der amerikanischen Gegenwart.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.06.2003

Der im vergangenen Jahr verstorbene jüdisch-amerikanische Erzähler Chaim Potok hat den Kindern mit seinen Erzählungen ein "außergewöhnliches Geschenk" hinterlassen, schreibt Reinhard Osterroth. In den zehn Geschichten dieses meisterlichen Bands blicke der Autor tief aber ohne jede Aufdringlichkeit in die amerikanische Seele. Er verknüpft individuelle Unglücksfälle mit Motiven aus der amerikanischen Geschichte wie dem Vietnam-Krieg, erklärt Osterroth. So stürze Emmies Onkel dort im Krieg mit dem Hubschrauber ab, einem Jungen werde bei einem Autounfall die Hand verstümmelt, ein anderes Kind habe Vater und Bruder bei einem Autounfall verloren. Jede Geschichte endet aber mit einer Ermutigung, und jede Erzählkonstruktion gerät dem Autor zu einem "intensiven Spiel der Motive", lobt der Rezensent.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002

Besonders beeindruckt an diesem Buch hat Siggi Seuss, wie es Chaim Potok gelingt, ganz "auf Augenhöhe" seiner Helden zu gehen und die Wirklichkeit aus deren Blickwinkel zu betrachten, "als sei es selbstverständlich, dass uns die jungen Leute als Vertraute betrachten". In seinem einzigen Jugendbuch stellt Potok zehn amerikanische Jugendliche vor, die alle auf die eine oder andere Weise unter ihrer Situation leiden und von traumatischen Erfahrungen geprägt sind. Wie sie diese überwinden, erzählt Potok laut Rezensent "unaufgeregt und ohne künstliche Dramatisierung". Seuss lobt auch die Übersetzerin Birgitt Kollmann, die durch ihre genaue Übertragung dafür sorgt, dass der Tonfall des jüdisch-amerikanischen Potok auch in der deutschen Version erhalten bleibt.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2002

Ganz begeistert ist Rezensentin Gerda Wurzenberger, die dieses Buch zusammen mit Jutta Richters "Annabella Klimperauge" bespricht. Das liegt vor allem daran, dass diese Geschichten beweisen, "dass Literatur nicht unbedingt schwer zugänglich sein muss" und es schaffen, auch junge Leser schon auf anspruchsvolle Art zu fesseln. Wurzenberger ist ziemlich beeindruckt von diesem Buch, das ein fast siebzigjähriger amerikanischer Rabbiner und Philosoph geschrieben hat. An manchen Stellen wirkt es zwar ihrer Meinung nach "ein wenig starr und didaktisch", und der glückliche Ausgang sei oft ein wenig zu absehbar, aber trotzdem ist sie fasziniert von Chaim Potoks "hypnotischen Erzählweise" und seinem "streng realistischen" Stil. Auch gefallen ihr die Geschichten. In denen geht es um Probleme verschiedener Art, die alle ziemlich unvermittelt in die behüteten Leben von Chaims Protagonisten einbrechen und die sie zwingen "ihren Horizont zu erweitern und die Risse in der heilen Welt um sie herum wahrzunehmen."

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2002

So intensiv, so präzise, so unbarmherzig und doch so hoffnungsvoll hat noch niemand in einem Jugendbuch das Leid thematisiert, stellt Monika Osberghaus bewundernd fest. Chaim Potok schildert in seinen Geschichten Jugendliche, die mit Einsamkeit und Niedergeschlagenheit konfrontiert sind, mit Grenzsituationen. Der Autor bleibt dabei laut Rezensentin "nüchtern und genau", er verstärkt die Gefühle und verdichtet die Atmosphäre. "Diese beiläufige Genauigkeit ist es unter anderem, die alles mit Leben und Wahrhaftigkeit erfüllt", schreibt die Rezensentin, und vergleicht Potok mit Harold Brodkey, der in seinen Kurzgeschichten "eine ähnliche Präsenz erzielt, federnd und konzentriert".

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