Aus dem Slowenischen von Mirella Urdih-Merku. In seinen slowenischen Novellen aus Triest schildert Boris Pahor vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse vom Ende des 1. Weltkrieges bis zur Gegenwart das Schicksal seiner Landsleute. Hier ist die Rede von einem Bäckerjungen vom Karst, der Selbstmord beging, von einem Chorleiter, der von den Faschisten gezwungen wurde, Motoröl zu trinken und dessen Grab mit Blumen gedeckt wurde, von einem KZ Häftling aus Triest, den der Erzähler im KZ in den Vogesen traf, und der ihn in ungebrochenen Optimismus zu einem Treffen in der Heimat aufforderte, den er aber dann im KZ Dachau tot in der Sezierhalle fand.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2005
In dem Erzählband "Blumen für einen Aussätzigen" könne man erfahren, dass der Autor Boris Pahor "neben dem Holocaust noch eine zweite Lebenswunde" hat, schreibt Rezensent mit dem Kürzel "F.Hs.", nämlich die Verfolgung der slowenischen Minderheit von Triest. Der Autor hatte sich in Deutschland mit seinem Roman "Nekropolis" einen Namen gemacht, in dem er in "überwältigender Nüchternheit" sein Überleben in fünf Konzentrationslagern schildert. In dem nun vorliegenden Band beschreibe er aus dem Blickwinkel des Kindes, das er einmal war, den Terror durch die italienischen Faschisten in Triest. Am stärksten beeindruckt ist der Rezensent allerdings von jenen Erzählungen, die seine Zeit als KZ-Häftling behandeln. In "Die Adresse auf dem Brett" etwa lasse der Autor noch einmal die Personen aus "Nekropolis" auftreten, in einem Lager in den Vogesen, wo man "schon das Surren der alliierten Flugzeuge" hören konnte, zugleich aber noch "die Hiebe des Ochsenziemers". Diese Erzählungen seien schlicht "hervorragend". Am Ende sieht man den Erzähler, noch in Sträflingskleidung, durch die befreite Stadt laufen, "ein Neuling in dieser furchtbar glitzernden Welt".
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