Barbara Wildenhahn

Feuilleton zwischen den Kriegen

Die Form der Kritik und ihre Theorie
Cover: Feuilleton zwischen den Kriegen
Wilhelm Fink Verlag, München 2009
ISBN 9783770545834
Gebunden, 342 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Barbara Wildenhahn begegnet diesen Fragen mit einem Konzept Kritischer Form, das die geschichtsphilosophischen Implikationen kritischer Rede während der Weimarer Republik als formal generierte entlarvt. Literaturkritiken und allgemein kulturkritische Texte aus "Frankfurter Zeitung" und "Deutscher Allgemeiner Zeitung" bilden das Material, auf dessen Grundlage die Autorin drei der während der Weimarer Republik mit großer Vehemenz eingesetzten Begriffe literaturkritischen Wertens verfolgt: "Leben", "Kraft" und "Das Neue". Die Funktion von Literatur wird über ihre Kritik denkbar, und es zeigt sich fast nebenbei, welche theoretische Hypothek des Feuilletons den Theoretisierungsprozessen der Nachkriegszeit abzuarbeiten blieb.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.07.2009

Andreas Platthaus ist ganz und gar gefangen von Barbara Wildenhahns Dissertation über das Zeitungsfeuilleton in der Weimarer Zeit. Wildenhahns Berufung auf Adornos Konzeption des formbildenden Potentials von Sprache für die Analyse der Kulturteile der Frankfurter Zeitung (FZ) und der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) 1919, 1925 und 1929 leuchtet ihm ein. Ebenso die von ihr in ihrer Genese untersuchten Zentralbegriffe ("Das Neue", "Leben" und "Kraft"). Nachdem sich Platthaus durch die theorielastige methodische Einführung gekämpft hat, geben ihm die "detailreichen und klugen" Textanalysen (samt der mit abgedruckten Artikel) einen Eindruck vom intellektuellen Profil jener Zeit und vom Verlauf der Fronten auch innerhalb der Zeitungsredaktionen. Dass es Wildenhahn nicht um das jeweilige Urteil geht, sondern um die Sichtbarmachung von Argumentationsstrukturen, erscheint dem Rezensenten als Glücksfall.

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