Seit dem Club of Rome ist der Gedanke in der Welt. Wissenschaftler und Aktivisten kämpfen für einen freiwilligen, gerechten und nachhaltigen Schrumpfungsprozess. Eine solidarisch organisierte und gelebte Ökonomie unter gemeinschaftlichen Bedingungen ist mehr als eine schöne Utopie, Neben dem erfolgreichen Widerstand gegen allerlei unsinnige Großinvestitionen stehen unzählige Initiativen und Nischenprojekte mit Tauschbörsen, Gemeingütern, Selbstverwaltung, Reparaturwerkstätten und lokaler Lebensmittelproduktion. Sie leisten Pionierarbeit in der politischen Neuorientierung, vernetzen sich weltweit und sind in ihrer kreativen Vielfalt die Garantie dafür, dass ein gutes Leben für alle politisch wünschenswert und machbar ist.
Wenig anregend findet Rezensent Detlev Claussen dieses Plädoyer der Öko-Philosophin Barbara Muraca für eine ökologischere Post-Wachstums-Gesellschaft. Nicht, dass er am zeitdiagnostischen Befund der Autorin viel zu mäkeln hätte: Dass die Versprechungen, mehr Wirtschaft schaffe mehr Wohlstand, sich für immer Menschen als hohl erweisen, sieht er ähnlich. Doch Muracas Plädoyer für eine Utopie mangelt es dem Kritiker, trotz allen Bemühungen der Autorin, um nicht in diesselbe Wortblasen-Rhetorik wie die politische Gegenseite zu verfallen, gehörig an Anschaulichkeit. Stattdessen lese man hier viele "Zauberformeln des Guten" und allenthalben Beschwörungen eines neuen "Wir"-Gefühls, die zwar gut gemeint sind, aber kaum argumentiert und wenig konkretisiert werden, seufzt der Kritiker nach dieser für ihn sehr enttäuschenden Lektüre.
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