architektur_theorie.doc

Texte seit 1960
Cover: architektur_theorie.doc
Birkhäuser Verlag, Basel 2003
ISBN 9783764369736
Broschiert, 351 Seiten, 29,50 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Gerd de Bruyn, Stephan Trüby u. a. Das vorliegende Buch stellt die erste deutschsprachige Anthologie architekturtheoretischer Texte dar, die seit 1960 publiziert wurden. Zu den Architekten und Theoretikern, die in diesem Sammelband mit wichtigen Essays vertreten sind, gehören Friedrich Achleitner, Peter Eisenman, Kenneth Frampton, Jürgen Habermas, Rem Koolhaas, Sanford Kwinter, Fritz Neumeyer, Frei Otto, Ado Rossi, Colin Rowe, Manfredo Tafuri, Bernard Tschumi, O. M. Ungers, Robert Venturi und Paul Virilio.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.01.2005

Carsten Ruhl atmet auf: Es gibt noch Architekturtheoretiker, die dem "Brechstangen-Revisionismus" von Kollegen wie Vittorio Magnago Lampugnani und Fritz Neumeyer (etwa: die Moderne hat versagt, man braucht Tradition statt Avantgarde - "tradierte Gediegenheit", wie Lampugnani es formulierte) etwas entgegensetzen. Gerd de Bruyns Verdienst bestehe vor allem darin, der rückwärts gerichteten Vorstellung einer "Reinheit" des Architektur-Diskurses mit einer "Theorie der heterogenen Architektur" zu begegnen und disziplinäre Grenzen einzureißen. So kommen nicht nur Fachleute zu Wort, sondern auch "'dilettierende' Architekturkritiker und Philosophen von Martin Heidegger bis Jürgen Habermas". Ein wichtiges Statement einer gelungenen Anthologie.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2003

Etwas zähneknirschend gesteht Johann Reidemeister den Herausgebern dieses Sammelbandes zu, ein Standardwerk zur jüngeren Architekturtheorie zusammengestellt zu haben. Eigentlich findet er das Buch nämlich problematisch, vor allem deshalb, weil die Herausgeber sich bei der Auswahl der Texte weniger von architekturhistorischer Relevanz als von persönlichen Vorlieben haben leiten lassen: pro Dekonstruktion, kontra Postmoderne. Damit aber, so Reidemeister, unterschlagen sie nicht nur die Verdienste der unberechtigt als gescheitert abservierten postmodernen Architektur, sondern setzen sich mit ihrer Parteilichkeit auch der Gefahr aus, selbst in naher Zukunft von einer neuen Theoriewelle begraben zu werden. Wäre nicht das erste Mal, meint Reidemeister beim Blättern in alten Anthologien.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003

Die deutsche Architekturlandschaft, weiß Hanno Rauterberg, war lange Jahre eine "Theoriewüste", in der Reflexionen und Utopien wenig Nahrung hatten - Nachwirkungen von vorangegangenen Jahrzehnten voller Manifeste, Traktate und architektonischer Sündenfälle. Jetzt aber gebe es Anzeichen für den "Wiedereinzug des Denkens in die Architektur", zumindest sind in kürzester Zeit gleich mehrere Bücher mit theoretischen Grundlagen erschienen, unter anderem dieser Band, der sich ganz bewusst vom Kanon der Architekturgeschichte abgrenze und deshalb nicht nur Leute vom Fach, sondern auch Philosophen wie Adorno und Habermas zu Wort kommen lasse. Die Herausgeber, schreibt Rauterberg, fordern auf, "partisanengleich das weite Feld der Architektur zu durchstreifen" und die grassierenden Verblendungszusammenhänge zu durchbrechen. Deutsche Architekten, so ihr Befund, seien nämlich entweder einem "Fortschrittsdauerrausch" erlegen oder "gerierten sich als Sozialarbeiter". Was fehlt, wird in diesem Sammelband eingefordert: eine Neubesinnung auf das "Affektive" der Architektur.

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