Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Andrea Camilleri

Streng Vertraulich

Roman

Cover: Streng Vertraulich

Nagel und Kimche Verlag, München 2011
ISBN-10 3312004683
ISBN-13 9783312004683
Gebunden, 262 Seiten, 19,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Italienischen Sigrid Vagt. Eine wahre Begebenheit, die die tragische Lächerlichkeit des Faschismus offenbart - davon erzählt Camilleris Roman. 1929 reist der Neffe des äthiopischen Kaisers Negus nach Vigata in Sizilien, um zu studieren. Zur gleichen Zeit plant Mussolini eifrig die Expansion seiner Kolonien in Afrika. Der Kaiserneffe scheint ihm ein idealer Fürsprecher für seine Pläne und für die Pracht des faschistischen Italien, und er befiehlt trotz leerer Kassen die finanzielle Unterstützung des hohen Gastes. Jedoch wartet der Duce vergeblich und vor Wut schäumend auf ein Zeichen des Neffen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.05.2011

Camilleri-Freunde aufgepasst. Niklas Bender empfiehlt einen neuen, so tiefsinnigen wie komischen Roman des alten Sizilianers. Dass der Autor in seinem neuesten Streich den Schelmenroman aktualisiert und auf sizilianische Geschichte trimmt, findet Bender interessant. Die Geschichte über einen afrikanischen Prinzen, der es sich auf Mussolinis Kosten (der wiederum selbst etwas im Schilde führt) auf dem südlichen Eiland gut gehen lässt, scheint Bender gut gewürzt mit derben Szenen und authentischen Quellen, die auch den Stil variabel halten, von der Beamten- bis zur Umgangssprache. Die Entlarvung von Arroganz und Gier, meint er, gelingt, und zwar vergnüglich.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.04.2011

Michael Stallknecht hat mit Andrea Camilleris jüngstem Roman eine scharfzüngige und unglaublich witzige Komödie über die Afrika-Politik des italienischen Faschismus gelesen: Der Neffe des äthiopischen Königs schreibt sich als Student einer sizilianischen Kleinstadt-Universität ein, wo das faschistische Regime ihn zu Propaganda-Zwecken nutzen will und deshalb alles tut, ihn bei Laune zu halten, erfahren wir. In Briefen, Dialogen und Zeitungsausschnitten wird ein Bild von einem "allesfressenden, allesvögelnden" moralisch völlig unbekümmerten Menschen vorgestellt, der allerdings selbst nie zu Wort kommt, erklärt der Rezensent. Damit spielt der italienische Autor nicht nur fröhlich auf der Klaviatur der politischen Unkorrektheit, er spielt auch mit den verborgenen Vorurteilen seiner Leser, meint Stallknecht begeistert. Dass zudem die Übersetzung in seinen Augen ausgesprochen gelungen ist, steigert nur sein Vergnügen an dieser "bitterbösen" Groteske, in der der moralische Bankrott der faschistischen Gesellschaft eindringlich erfasst ist, wie er findet.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren