Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Frank Heibert. Die aus Bulgarien eingewanderte Nadja Danon ist an Krebs gestorben. Ihr Mann Albert, Steuerberater von Beruf, versucht nach deren Tod, sich vom schweren Gewicht der Trauer zu befreien - vielleicht mit Hilfe seiner ehemaligen Kollegin Bettine Carmel? Denn auf seinen Sohn Enrico kann er nicht zählen: Der hat sich nach Tibet aufgemacht in der Hoffnung, im ganz Fremden sich zu entdecken. Herauszufinden, wie das Leben sich zu leben lohnt, versucht auf ihre Weise seine Freundin, die Drehbuchautorin Ditta. Zwar hat sie einen Lover, Giggy, und auch der Filmemacher Dubi ist hinter ihr her, aber sie muß unbedingt in Alberts Haus einziehen. So bilden sich Dreiecksbeziehungen heraus, die überrasche Änderungen erfahren. Doch sind sie der Ursprung neuer Wendungen, in denen alles Alte abfällt und die Gegenwart um ihrer selbst willen gelebt wird. "Allein das Meer ist noch da, und auch das hat sich gewandelt von blau in grau."
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2002
Ein großer Wurf ist Amos Oz mit diesem "weitgespannten Epos über Totendienst und Lebensgier" nach Ansicht von Rezensent Tilman Spreckelsen gelungen. Das Buch reiht seinen Informationen zufolge "etwa hundert Kleinkapitel" aneinander: "die meisten von ihnen in Versform, einige als Prosaminiaturen". Der Rezensent fand dort einige Monate im Leben einer locker verbundenen israelischen Gemeinschaft geschildert, in deren Zentrum er einen Steuerberater namens Albert Danon stehen sah. Die Erzählung habe keinen Anfang und kein Ziel, schreibt der Rezensent. Diskret und ohne alle Anstrengung sah der Rezensent Handlungsstränge miteinander verwoben. Mit seinen vielen "Quer- und Rückverweisen", seinen "listigen Umwegen und Elegien" entwarf das Buch für Spreckelsen das Tableau einer Gesellschaft, die sich vor dem Hintergrund des Nahostkonfliktes eine ereignislose Normalität" ertrotze. Oz male dieses Tableau mit einer untergründigen Dynamik, die der Rezensent dem Detail verpflichtet fand, womit der israelische Autor ihm mit diesem Versepos auch eine "genuin lyrische Qualität" bewies. Nicht immer geglückt fand der Rezensent jedoch die Übersetzung, was für ihn mit der offensichtlich schwer nachvollziehbaren Entscheidung verbunden ist, das Buch statt aus dem hebräischen Original aus dem Englischen zu übersetzen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.12.2002
Mit diesem Roman präsentiert der israelische Schriftsteller und Literaturprofessor Amos Oz seiner Leserschaft etwas Neues, meint Stefana Sabin. Denn einerseits arbeite Oz mit traditionellen Erzählformen, die er andererseits mit freien Versen "konterkariere" und damit die Lesegewohnheiten gründlich irritiere. Erzählt werde hier "minimalistisch", obwohl der Autor das Werk als Roman ausgebe, so die Rezensentin. Über den Inhalt des Roman hält sich Sabin bedeckt, mehr Faszination stellt sich bei der Rezensentin über die Form ein. So messe der Autor der Landschaft als "Abbild emotionaler Zustände" eine Bedeutung bei, wie Sabin es in seinen vorangegangenen Werken noch nie erlebt hat. Die "postmodernistische Übung", in der Oz zwischen Realismus, Psychologismus und Expressionismus, zwischen Prosa und Lyrik, zwischen "salopper" und "prätentiöser" Sprache wechsle, hält die Rezensentin, so ihr Resümee, für einen lesenswerten und interessanten Entwurf "emotionaler Befindlichkeit".
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