Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Klappentext
Aus dem Französischen von Elsbeth Ranke. Alvaro ist scheu, er ist fünf Jahre alt und lebt in seiner eigenen Welt, in einem Dorf in den Anden, in einem Haus mit vielen Zimmern und einem nach Orangen duftenden Patio. Er wartet auf den Besuch des Großvaters, der ihm das Sternbild seines Lebens erklärt, er belauscht die Tante, wie sie seinen Schwestern das Geheimnis der Wörter nahebringt, er gruselt sich vor der Erzählung der Tränenfrau. Alvaro ist weise wie nur Kinder es sein können. Und als die Cordillera grollend erwacht, hat er eine schreckliche Vorahnung vom Verlust der ihm vertrauten Welt...
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.09.2003
Sibylle Cramer ist von diesem Buch, dass Erinnerungen des im französischen Exil lebenden kolumbianischen Autors an die indianische Kindheit enthält, sehr eingenommen. Sie glaubt, der Autor wolle in diesem Buch die "Poesie" der Kindheit" der "Prosa" der Gegenwart entgegenstellen, wobei Alvaro Escobar-Molina sich nicht für eine Autobiografie, sondern für eine "in Erzählungen aufgelöste Erzählung" entschieden hat, wie die Rezensentin erklärt. Durch das sprunghafte Erzählen entstehen, wie sie meint, "lebende Bilder", die die Natur und das Familienleben in der fernen Vergangenheit beschreiben. Und auch wenn Cramer findet, dass es sich nicht immer verhindern lasse, dass das poetische Jetzt der Erinnerung mitunter am "chronologischen Takt" der erzählten Gegenwart "zerschellt", so stellt sie doch beinahe ergriffen fest, dass es "eine Ahnung vermittelt vom fernen Schein der Blauen Blume" der Kindheit.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.05.2003
Kersten Knipp ist begeistert von dem Buch des Psychologen und Autors Alvaro Escobar-Molina. Er beschreibe darin auf gleich zwei Ebenen einen Zustand der Unschuld. Zum einen gewährt er einen Blick auf die Kindheit des Protagonisten, zum anderen auf ein Kolumbien in einem Zustand vor dem Bürgerkrieg. Der Rezensent schwärmt: "Zwar ist Kolumbien kein Land für Romantiker. Doch sieht man es mit den Augen des jungen Escobar-Molina, wird es zu einer zart-zerbrechlichen Märchenwelt." Erzählt werde diese Kindheitsgeschichte in einer "zum Klingen" gebrachten Sprache und durch assoziativ verknüpfte Eindrücke und Empfindungen. Denn das Erzählen entlang einer "zeitlichen Achse" funktioniert bei Kindheitserinnerungen nach Knipps Meinung sowieso nicht, insofern liege der Autor mit seiner Herangehensweise schon ganz richtig.
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