Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Aloys Zötl

Spaziergang ins Paradies

(Bilderbuch)

Cover: Spaziergang ins Paradies

Aufbau Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3351040059
ISBN-13 9783351040055
gebunden, 32 Seiten, 20,43 EUR

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Klappentext

Wer sich in den Landschaften dieses Bestiariums verliert, spaziert mit den Augen in die Pracht tropischer Gärten. Der Maler Aloys Zötl, ein Färbermeister aus Österreich, zeigt Flora und Fauna in paradiesischer Harmonie. Menschen kommen darin nicht vor. Federn, Pelze, Schuppen, Hörner, die wilde Schönheit exotischer Tiere haben Zötl so fasziniert, dass er sie mit unendlicher Sorgfalt, Detaillust und in betörenden Farben aufs Papier gebracht hat. Nicht immer naturwissenschaftlich korrekt, sondern mit der Phantasie des genialen Naiven beschreibt er Nashorn, Gepard, Biber, Kamel oder Schlange, versetzt seine Geschöpfe in blühende Gärten. Mit diesen Bildern lehrt er Kinder das Staunen vor Zauber, Luxus und den Wundern der Natur. Den 13 Blättern aus Zötls Werkstatt sind 13 lustige, nachdenkliche Texte beigegeben: Prosa und Poesie von Polgar, Gernhardt, Ringelnatz, von Ludwig Fels, Matthias Koeppel, Georg Heym u.v.a.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.07.2000

Wahrscheinlich hat er seine Modelle in Wirklichkeit nie gesehen, mutmaßt Karla Schneider über den österreichischen Sonntagsmaler Aloys Zötl (1803 - 1887), der von Beruf Färbermeister war. Besonders die Farbgebung und Hintergrundgestaltung seiner Tierporträts haben es der Rezensentin angetan. Für jedes Tier habe er eine eigene Landschaft entworfen, schwärmt sie, dem Klima und Temperament des Tieres angemessen, stets in dezenter farblicher Abstimmung, ohne Treibhausschwüle oder knallige Exotik. Dankenswerter Weise hätten die Herausgeber auf betuliche Knittelverse für Kinder verzichtet und stattdessen Autoren wie Gernhardt, Polgar, Heym und Ringelnatz die Ehre erwiesen.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2000

Zwei aufwendige Bilderbücher aus dem Aufbau-Verlag hat sich Gundel Mattenklott angesehen.
1) Enzensberger/Leins: "Mond und Muschel"
Ins Schwärmen gerät sie beim Blättern in Enzensbergers Auswahl von kurzen Texten aus der aztekischen Naturgeschichte, deren Interesse nicht einer "Glaubens- und Wissensvermittlung" gelte, sondern der "ästhetischen Vergegenwärtigung". Auf ähnliche Weise hätten Rilke und Ponge im 20. Jahrhundert "die Dinge in der Sprache neu erschaffen". Viel Mühe gibt sich die Rezensentin dann, die Bilder Christiane Leins in lieblichster Kritikerprosa neu zu erschaffen, deren erstes Bilderbuch in ihr "Vorfreude auf weitere Bilder aus ihrer Hand" geweckt haben.
2) Aloys Zötl: "Spaziergang ins Paradies"
"Naturbetrachtungen zwischen Poesie und Biologie" sind laut Gundel Mattenklott der Schwerpunkt dieses Buches, das mit Bildern eines österreichischen Liebhaber-Malers des 19. Jahrhunderts ausgestattet ist. Auch Michael Sowa wird als Illustrator dieses Buches genannt, das in der Beschreibung durch die Rezensentin recht undeutlich bleibt. Viel Lob erhält Ute Blaich, die dies "ehrgeizige" Kinderbuchprogramm betreue. Die Tendenz zum "kostbar ausgestatteten Kinderbuch" wird von der Rezensentin ausdrücklich begrüßt, angesichts der vielen Billigprodukte in diesem Bereich. Es drängt sich allerdings der Verdacht auf, dass dies vielmehr ein Trend zum Kinderbuch für Erwachsene ist.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren