Bücherschau der Woche
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Klappentext
Aus dem Englischen von Rudolf Hermstein. Bogdan, der jugendliche Held in den Geschichten von Aleksandar Hemon, lässt sich schon mit sechzehn nicht von sinnlosen Sprüchen irritieren. Auch wenn ein Aufenthalt in Afrika ihm zeigt, dass er noch nicht einmal ahnt, was er alles nicht weiß, auch wenn der bosnische Krieg ihn heimatlos macht und ein Pulitzer-Preisträger sein Selbstbewusstsein als Schriftsteller hart auf die Probe stellt. Wie unwegsam und steil die Straße des Lebens auch sein mag, eines hat er verstanden: Es gibt keinen Weg zurück ins Paradies, aber wir können wenigstens versuchen, so hoch wie möglich zu steigen.
BuchLink. In Kooperation mit den Verlagen (Info):
Aleksander Hemon: Liebe und Hindernisse - Leseprobe beim Knaus Verlag
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.10.2010
Ulrich Baron macht angesichts von Aleksandar Hemons neuem Erzählband die Entdeckung, dass, je mehr sich der 1964 in Sarajewo geborene und seit über 20 Jahren in den USA lebende Autor mit seiner Biografie befasst, er diese umso stärker in seinem Werk "ironisiert". So habe man die latente Gewalt, die aus Erzählungen wie "Alles" spricht, gern als Vorschein auf den Bürgerkrieg gelesen, aber der Rezensent warnt vor solchen Kurzschlüssen. Tatsächlich inszeniere Hemon den Autor als "privilegierten Außenseiter", der dann aber erkennen muss, dass seine Eltern beispielsweise Dinge wissen, die er nicht mal geahnt hat. Baron bewundert bei Hemon das geschickte Spiel mit und die Parodie auf das "aktuelle Identitätsbusiness" und warnt: je schlichter der Autor über die eigene Biografie zu schreiben scheint, desto mehr ist mit Doppelbödigkeit zu rechnen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.07.2010
Glaubt man Sabine Berking, sind nach seinem gefeierten Roman "Lazarus" auch Aleksandar Hemons neue Erzählungen glänzend erzählte "Geschichten der Unrast", die vom Leben in der Fremde, Kindheitserinnerungen und der bitteren Melancholie des Exils handeln. Der 1964 in Sarajewo geborene Autor, der bei Ausbruch des Bosnienkrieges als Stipendiat in Chicago war und nicht in seine Heimat zurückkehrte, nimmt diesmal Joseph Conrad zum Ausgangspunkt - auch ein osteuropäischer Exilant, der in der amerikanischen Sprache heimisch wurde - um von einem Kongobesuch beim Vater des Ich-Erzählers zu berichten, verrät die Rezensentin. Und so kann man in diesen Erzählungen, in denen es ein stetes Hin und Her zwischen Europa und der Neuen Welt gibt, zwar durchaus den Überdruss, der die Exilhelden angesichts so mancher Facette des "american way of life" ergreift, ablesen, genauso aber würdigen sie in "schönen Geschichten" die Errungenschaften der neuen Heimat, die Demokratie, den american dream und nicht zuletzt die Sprache, so Porombka sehr eingenommen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2010
Andreas Breitenstein steht zwar auf dem Standpunkt, dass der 1964 in Sarajewo geborene und im amerikanischen Exil lebende Aleksander Hemon für sein schriftstellerisches Werk nicht ewig auf Autobiografisches wird aufbauen können. Seinen neuen Erzählband sieht er aber dennoch als weiteres Zeugnis seiner meisterhaften autobiografischen Erzählweise. Ob es die "schrecklich schöne Kindheitsidylle" ist, in der im Aufbegehren einer Kindergruppe gegen einen Bautrupp die Vorzeichen des Bosnienkrieges gezeichnet werden, oder die pubertären Nöte des Heranwachsenden - eines springt dem Rezensenten besonders ins Auge: Der Autor hat sich zwar, wie er den Erzählungen abliest, in der amerikanischen Welt eingelebt, habe sich aber "die Gefühle" der alten Welt bewahrt. Und so lässt sich Breitenstein mit Freude auf die traurigen, witzigen, spöttischen Geschichten dieses Bandes ein, wiewohl er sehr "gespannt" ist, womit Hemon aufwarten wird, wenn das Autobiografische als Quelle seines Schreibens einmal ausgeschöpft sein wird.
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