Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Albert Vigoleis Thelen

Briefe an Teixeira de Pascoaes

Cover: Briefe an Teixeira de Pascoaes

Weidle Verlag, Bonn 2000
ISBN-10 3931135470
ISBN-13 9783931135478
Gebunden, 158 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Mit einem Vorwort von Antonio Candido Franco. Aus dem Spanischen und Portugiesischen von Ulrich Kunzmann. Für Albert Vigoleis Thelen (1903-1989) war die Begegnung mit dem Werk des portugiesischen Mystikers und Dichters Teixeira de Pascoaes (1877-1952) durchaus schicksalhaft: Nach der Lektüre von Pascoaes? Werk über Paulus wusste er, dass er dieses Buch ins Deutsche übertragen würde. Es sollte nicht die einzige Pascoaes-Übersetzung Thelens bleiben. Die Briefe Thelens an den "verehrten Meister" zeigen seine Bemühungen um dessen Werk, das ohne ihn vermutlich nicht übersetzt worden wäre. Er reflektiert dabei die Exilproblematik: Die Bücher können nicht in Deutschland erscheinen. Und er berichtet manches aus dem eigenen Leben, so über seine Schwierigkeiten, einer Einberufung zur deutschen Wehrmacht zu entgehen, oder über seine Armut, die ihn mit Mangelerscheinungen ins Krankenhaus bringt. Die Briefe setzen im Juni 1935 ein ? Thelen schreibt aus Mallorca ? und reichen mit größeren Unterbrechungen in den Jahren, als Thelen bei Pascoaes wohnte, bis zu Pascoaes? Tod 1952.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2001

Rezensent Heinz Ludwig Arnold ist enttäuscht, denn diese Briefedition findet er lieblos gemacht und ihrem Gegenstand nicht angemessen. Sowohl der portugiesische Philosoph Pascoaes wie auch der Streiter für sein Werk (und sein Übersetzer) Thelen seien fast aus dem Bewusstsein verschwunden. Doch kein Essay, nicht einmal ein Nachwort gebe dem Leser etwas "Handfestes" vor, um beide Figuren auch nur ansatzweise in die europäische Geistesgeschichte einordnen zu können. Um diesem Mangel abzuhelfen, springt der Rezensent selbst in die Bresche, beschreibt de Pascoaes als "pantheistischen Mystiker" und zentrale Figur der portugiesischen "Wiedergeburtsbewegung", und seinen Übersetzer als unermüdlichen Kämpfer für dessen Werk. Thelen sei 1989 gestorben, und weder Herausgeber noch Lektorat hätten sich bemüht, die "vielen uneinsehbaren Verhältnisse" der Briefe durch Anmerkungen etwas transparenter zu gestalten. Zwar werde sogar bei "Viva Franco!" per Fußnote auf die deutsche Übersetzung hingewiesen. Angesichts der vielen unerklärten Namen und rätselhaften Bezüge findet der Rezensent dies aber beinahe lächerlich.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 08.03.2001

Eine tiefe Seelenverwandtschaft verband den Prosaisten, Lyriker und Übersetzer Albert Vigoleis Thelen mit dem portugiesischen Dichter und Mystiker Teixeira de Pascoaes, berichtet Cornelia Staudacher. In den Jahren 1935 bis 1952 schrieb der "Leibhumanist" Thelen 115 Briefe an seinen "Confrater" de Pascoaes, die einen guten Einblick in Leben und Werk beider Autoren geben, findet die Rezensentin. Ein ungleiches Paar, das doch über die Literatur zusammengefunden hat. Der "einsame Melancholiker" und "moderne Mystiker" de Pascoaes ließ den "skeptischen Humoristen" und "pikaresken Moralisten" Thelen sämtliche seiner Werke übersetzen - und versorgte ihn während des Exils auf einem seiner Weingüter. Thelen wiederum übertrug nicht nur de Pascoaes Werke ins Deutsche und Holländische, sondern nahm auch deren Veröffentlichung in die Hand, erzählt Staudacher. Beide haben sie bis heute nur einen kleinen Leserkreis gefunden. Das kann sich nun ändern. Denn die Rezensentin scheint sehr angetan zu sein von Thelens "mäanderndem Stil" wie auch vom "geheimnisvollen Reichtum" der de Pascoaeschen Schriften.

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