Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Adam Haslett

Das Gespenst der Liebe

Erzählungen

Cover: Das Gespenst der Liebe

Goldmann Verlag, München 2003
ISBN-10 3442454174
ISBN-13 9783442454174
Taschenbuch, 253 Seiten, 9,90 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Pocia und Roberto de Hollanda. Manche Menschen wirken ein wenig verloren auf dieser Welt, weil sie selbst etwas unwiederbringlich verloren haben. Einige von ihnen führen ein scheinbar normales Leben, andere fliehen in eine Welt, die ihren Geist für immer gefangen hält. Aber immer dann wenn sie glauben, auch die Liebe sei aus ihrem Leben entschwunden, taucht sie plötzlich wie aus dem Nichts vor ihnen auf - und war doch die ganze Zeit über schon da.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2004

Durchweg begeistert ist Angela Schader vom Debüt des Amerikaners Adam Haslett, das in neun Erzählungen die "Nachtseite" menschlicher Erfahrungen ausleuchtet. In den "präzise" situierten Texten zeichne der 1970 geborene Autor "karg" und doch äußerst plastisch zumeist psychisch geschädigte Figuren, wie zum Beispiel den manisch-depressiven Lebenskünstler Franklin Caldwell Singer, der in seiner euphorischen Phase wie der "Blitz" in das leidlich geordnete Leben seines ebenfalls manisch-depressiven Sohnes fährt. Die "höllische und tragische Ambivalenz" von Eltern-Kind-Beziehungen ist überhaupt eines der Hauptthemen Hasletts, das er mit verstörender "Klarheit", ohne indessen den Sinn fürs Humane zu verlieren, immer wieder variiert, schreibt unsere Rezensentin. Das so entstandene Werk erweist sich für Schader als eine "fast schlackenlose Verbindung menschlicher und künstlerischer Gewissenhaftigkeit".

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.01.2004

Martin Zähringer fühlt sich bei der Lektüre von Adam Hasletts Debüt-Erzählband an die Atmosphäre der Bilder von Edward Hopper Erinnert: Das Leitthema der Geschichten sei Angst, und obwohl "Adam Haslett neun Variationen zum Thema geschrieben hat, lässt [er] Widerstände zu." Diese Brechungen und Ambivalenzen machen die Geschichten nach Meinung des Rezensenten erst interessant. Sie bringen "Bewegung in die Lektüre" und hinterfragen moralische Gewissheiten und Hierarchien. Die einzige Sicherheit ist die "Suche nach Intimität", die sich durch die Geschichten zieht, und die "Hasletts Konzept des kalten Blicks vor dem Umkippen bewahrt". Dem Rezensenten gefällt auch das "kontrastive Gegenlicht", dass durch den psychiatrischen Blick, zum Beispiel den häufig verwendeten "Wahrnehmungsmodus des Manisch-Depressiven", auf das Erzählte geworfen wird.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren