Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
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Klappentext
Der Zeitpunkt ist gekommen, einen Blick auf das halbe Jahrhundert zu werfen, das Günter Kunert so ironisch und illusionslos begleitet hat. Seit 50 Jahren hat er Gedichtbände veröffentlicht. "So und nicht anders" vereinigt zum ersten Mal das, was für Kunert bleibt von seinem umfangreichen lyrischen Werk.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.11.2002
Es gibt einen neuen Gedichtband von Günter Kunert, in dem neben bereits bekannten, auch zwanzig bisher unveröffentlichte Gedichte aus den vergangenen drei Jahren enthalten sind, informiert Jürgen Verdofsky. In seiner ausführlichen Besprechung bemüht sich der Rezensent vor allem, dem Eindruck zu widersprechen, Kunert sei wegen seiner kompromisslosen Weltsicht, in der "die Erlösung keinen Raum gewinnt", als "tiefschwarzer Fatalist" einzuordnen. So diagnostiziert Verdofsky Kunert zwar das Wissen um die Zerstörung als poetische Bilanz des neuen Bandes, verweist aber abschließend darauf, dass der Poet im realen Leben keineswegs in der Hoffnungslosigkeit versinke.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Es fällt schwer, das lyrische Werk Günter Kunerts zu mögen, so teilt Burkhard Müller gleich am Anfang seiner Besprechung aus, bescheinigt dem Lyriker aber immerhin Unverwechselbarkeit. Müller zeichnet nach, wie die verschiedenen Lebensalter das Werk Kunerts prägen, ausgehend von dem an Brecht und eine gesellschaftliche Solidarität glaubenden Zwanzigjährigen. Doch ist es für Müller erst die "nüchternen Melancholie" des reifen Kunert, die seine Gedichte bedeutend macht. Unter dem Fatalismus der Geschichte entdecke Kunert die "wahrhaft schreckensvolle Tiefe" des Natürlichen. Erschüttert fragt sich der Rezensent, wie lange der Lyriker "dieses Aug in Aug mit dem Nichts" ertrage. In Kunerts Alterswerk schließlich ist die Melancholie von der puren Depression abgelöst worden, befindet Müller. Kunerts Lyrik wie sie sich in dem Gedichtband "Mein Golem" präsentiere, sei "ein notgeborenes uneigentliches Reden, wie es aus den Entzückungen der Mystiker dringt". Von dieser schwarzen Mystik bleibe lediglich Asche übrig. Kunerts letzte Gedichte erscheinen dem Rezensenten wie erloschen.
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