Einband und farbige Illustrationen von Sven Nordqvist. Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch. Ein Einblick in die Welt der Wikinger. Vigdis und ihr Bruder Holmsten leben im schwedischen Birka, einem der großen Handelsplätze der Wikingerzeit. Eines Tages wird das Mädchen geraubt und nach Haithabu bei Schleswig gebracht. Holmsten macht sich auf die Reise über die Ostsee, um seine Schwester zu befreien ... Mats Wahl und Sven Nordqvist entwerfen ein detailgenaues Bild der Kultur der Wikinger, von ihren Kriegern und Handwerkern, von ihren schnellen Schiffen und den sagenhaften Göttern. Ergänzt und erläutert wird die Geschichte durch einen umfangreichen Sachteil von Björn Ambrosiani, dem Leiter der Ausgrabungen in Birka.
Wikinger gehören für den Rezensenten in die "Evergreen-Kategorie, neben Cowboys und Piraten". Wenn dieses Buch also von Beutezügen und Frauenraub erzählt, hat das für Hans ten Doornkaat bereits Attraktionswert. Das Buch aber kann noch mehr: Das biografische Gerüst einer Familiensaga über zwei Generationen gibt Einblick in das Vorgehen beim Hausbau, das Leben auf einem Schiff und den Handel und die damit verbundenen Kulturkontakte, die bei den Mettrinkern immerhin bis nach Bagdad reichten! Vollends zu einem "intelligent konzipierten Sachbuch" wird der Band durch seinen vierzigseitigen Anhang, darin: Erläuterungen zu Recht und Gesellschaft, zu Handwerk und Landwirtschaft, Grabungsfotos, schriftliche Quellen... Das Zusammenspiel der drei Autoren (Erzähler, Illustrator und Archäologe) klappt prächtig, gibt uns ten Doornkaat zu verstehen, wie übrigens auch die Übersetzung.
Warum muss in Kinderbüchern immer alles so "nett" sein, fragt Rezensentin Angelika Ohland. Schließlich könnten auch Kinder ganz schön fies sein. Wer seinen Liebling also auch über die harten Seiten des Lebens aufklären will, dem empfiehlt Ohland - neben Hellmut Kraussers "Wenn Gwendolin nachts schlafen ging" (Kunstmann) - dieses Buch über die Wikinger. Die waren, so viel steht fest, nicht besonders nett und kannten keine Polizei. Statt dessen hielten sie Sklaven und kämpften gegen andere Menschen. "Ehrlich" findet Ohland diese Darstellung. Besonders gut gefällt ihr auch, dass der jugendliche Leser nicht nur über die "literarische Geschichte" des Wikingerdorfs Birka aufgeklärt wird, sondern dass es daneben auch "ausführliche Schilderungen" der Wikingerzeit gibt. Im ganzen eigentlich doch ein recht friedvolles Buch, meint die Rezensentin, wofür wohl nicht zuletzt die Illustrationen des "Petterson und Findus"-Erfinders Sven Nordquist verantwortlich sind.
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