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Aus dem Archiv
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Klappentext
Das Stück "In den Alpen" handelt von einem der schlimmsten Unfälle der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Bei einer Brandkatastrophe im Tunnel von Kaprun verbrennen in der Gletscherbahn 155 Menschen, die zum Skilaufen aufgebrochen waren. Elfriede Jelinek stellt Originaltexte aus der Zeit des frühen Alpinismus dagegen, aus einer Aufbruchsphase, in der die Alpen noch nicht als Sportereignis, sondern als Natur wahrgenommen wurden, als elitäres Erlebnis, das den Massen verschlossen blieb. Im Dramolett "Der Tod und das Mädchen 3", einer Paraphrase auf "Rosamunde", zu der Schubert die Musik schrieb, versucht die Autorin, ihre Existenz als Schriftstellerin zu fassen. In Kaprun steht auch eines der größten Speicherkraftwerke der Welt, errichtet auf den Gebeinen der im Gebirge getöteten Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und ehemaligen Nazis, mit deren Hilfe es nach dem Krieg weitergebaut wurde. Das Werk ist ein Stück über den Arbeiter, der parodistisch und allegorisiert auftritt, als Hänsel und Tretel, Geissenpeter und Heidi.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2002
Gleich drei neue Jelinek-Stücke gibt's in einem Band, Paul Jandl bespricht sie auch gleich mehr oder weniger durcheinander. In "Das Werk" geht es um das Speicherkraftwerk von Kaprun, bei dessen Gründungsfestakt im Jahre 1938 Hermann Göring den ersten Spatenstich setzte. In den fünfziger Jahren wurde das Werk erst eröffnet und es ist klar, dass es daher bestens als "Symbol für die österreichische Selbsttäuschung" taugt. Überhaupt, befindet Paul Jandl, fehlt kaum eines der Lieblingsthemen des Österreich-Hasses der Autorin, und die Alpen, der Tourismus, Franz Schubert und Hermann Maier kommen auch drin vor. Im Stück "In den Alpen" hat dafür Paul Celan einen seltsam quer stehenden Auftritt, sein "Gespräch im Gebirg" wird, so Jandl, zum "Gegentext zu den enthusiasmierten Freizeitwelten". Sehr lustig ist eine Passage über den Tod auf Skiern, die in der Rezension zitiert wird, aber so lustig ist's dann wohl auch wieder nicht, denn es handelt sich bei "In den Alpen" um ein "Gespräch unter Toten" mit klarem Bezug zum Gletscherbahnunglück von Kaprun. Auf das tragische Ereignis ist dieses Stück, findet Jandl, "ein literarisch höchst wirksam gebrochenes Echo".
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







