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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Elfriede Jelinek

In den Alpen

Drei Dramen

Cover: In den Alpen

Berlin Verlag, Berlin 2002
ISBN-10 3827004578
ISBN-13 9783827004574
Broschiert, 264 Seiten, 19,00 EUR

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Klappentext

Das Stück "In den Alpen" handelt von einem der schlimmsten Unfälle der österreichischen Nachkriegsgeschichte. Bei einer Brandkatastrophe im Tunnel von Kaprun verbrennen in der Gletscherbahn 155 Menschen, die zum Skilaufen aufgebrochen waren. Elfriede Jelinek stellt Originaltexte aus der Zeit des frühen Alpinismus dagegen, aus einer Aufbruchsphase, in der die Alpen noch nicht als Sportereignis, sondern als Natur wahrgenommen wurden, als elitäres Erlebnis, das den Massen verschlossen blieb. Im Dramolett "Der Tod und das Mädchen 3", einer Paraphrase auf "Rosamunde", zu der Schubert die Musik schrieb, versucht die Autorin, ihre Existenz als Schriftstellerin zu fassen. In Kaprun steht auch eines der größten Speicherkraftwerke der Welt, errichtet auf den Gebeinen der im Gebirge getöteten Zwangsarbeiter, Kriegsgefangenen und ehemaligen Nazis, mit deren Hilfe es nach dem Krieg weitergebaut wurde. Das Werk ist ein Stück über den Arbeiter, der parodistisch und allegorisiert auftritt, als Hänsel und Tretel, Geissenpeter und Heidi.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.03.2002

Gleich drei neue Jelinek-Stücke gibt's in einem Band, Paul Jandl bespricht sie auch gleich mehr oder weniger durcheinander. In "Das Werk" geht es um das Speicherkraftwerk von Kaprun, bei dessen Gründungsfestakt im Jahre 1938 Hermann Göring den ersten Spatenstich setzte. In den fünfziger Jahren wurde das Werk erst eröffnet und es ist klar, dass es daher bestens als "Symbol für die österreichische Selbsttäuschung" taugt. Überhaupt, befindet Paul Jandl, fehlt kaum eines der Lieblingsthemen des Österreich-Hasses der Autorin, und die Alpen, der Tourismus, Franz Schubert und Hermann Maier kommen auch drin vor. Im Stück "In den Alpen" hat dafür Paul Celan einen seltsam quer stehenden Auftritt, sein "Gespräch im Gebirg" wird, so Jandl, zum "Gegentext zu den enthusiasmierten Freizeitwelten". Sehr lustig ist eine Passage über den Tod auf Skiern, die in der Rezension zitiert wird, aber so lustig ist's dann wohl auch wieder nicht, denn es handelt sich bei "In den Alpen" um ein "Gespräch unter Toten" mit klarem Bezug zum Gletscherbahnunglück von Kaprun. Auf das tragische Ereignis ist dieses Stück, findet Jandl, "ein literarisch höchst wirksam gebrochenes Echo".

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06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

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