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Christopher Marlowe
Das Massaker von Paris. Die Historie von Dr. Faustus
Klappentext
Vorwort und Übersetzung von Dietrich Schamp.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.05.2000
Walter Klier bespricht zwei Neu-Übersetzungen der Werke von Christopher Marlowe - beiden kann er nicht viel abgewinnen. Marlowe übrigens auch nicht.
1) Christopher Marlowe: "Sämtliche Dramen". Ins Deutsche übertragen und herausgegeben von Wolfgang Schlüter. (Eichborn 1999)
Die Motive für diese Edition sieht Walter Klier in der zeitgenössischen Auffassung, die elisabethanischen Dramatiker seien "Popstars ihrer Zeit" gewesen und spätestens der Film "Shakespeare in Love" habe aus Shakespeare einen "Popstar der Postmoderne" gemacht. Der "auf Populäres spezialisierte Eichborn Verlag" habe nun das gleiche mit Marlowe versucht. Nun liest man allerlei Sinistres über das Leben und den geheimnisumwitterten Tod Marlowes, was aus der elisabethanischen Klatschpresse stammen könnte: wenn es sie gegeben hätte. Dann gelangt Klier endlich bei der Ausgabe und ihrem Herausgeber an, der sich als der Urheber des pseudo-elisabethanischen Klatsches entpuppt. Die Übersetzung von Wolfgang Schlüter findet Klier ziemlich enervierend und keinesfalls den Namen "Übersetzung" verdienend: "zumindest wüßte ich die Sprache nicht zu nennen, in die da übersetzt worden ist". Als Beispiel zitiert er aus dem "Jid von Malta": `Da Nutte, hier ist was zum Shopping für dich.` Diese "Spaßhaftigkeit" könne wohl nur ein Titanic-Redakteur aushalten, knurrt Klier.
2) Christopher Marlowe: "Das Massaker von Paris. Die Historie von Doktor Faustus." Deutsch von Dietrich Schamp. (Verlag Uwe Laugwitz)
Etwas herablassend bescheinigt Klier der "Historie von Doktor Faustus", dass es "ohne Zweifel interessant" sei, wie Faust hier am Ende umstandslos in die Hölle fährt. Im Gegensatz zu Goethes "Faust" fehlt dem Rezensenten hier jedoch der "moralische Widerstreit". Zur Übersetzung bemerkt er nur kurz, dass Dietrich Schamps " etwas entrhythmisierter Blankvers farbloser" sei als Schlüters Blankvers. Da Schlüter ihm aber ja wohl viel zu farbig war, bleibt unklar, ob das jetzt ein Kompliment für Schamp ist.
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