Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 10.02.2012, 17.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Anne Chaplet

Die Fotografin

Roman

Cover: Die Fotografin

Antje Kunstmann Verlag, München 2002
ISBN-10 3888972922
ISBN-13 9783888972928
Gebunden, 320 Seiten, 21,90 EUR

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Klappentext

Dass man Karen Stark, Staatsanwältin in Frankfurt, dazu zwingt, ihren Resturlaub zu nehmen, kann nur einen Grund haben: Man will ihr den Fall Eva Rauch aus der Hand nehmen. Karen kann nicht glauben, dass die Buchhändlerin Selbstmord begangen hat. Warum sollte sie sich erschossen haben? Und wieso ausgerechnet mit einer antiquierten ungarischen Pistole? Karen spürt, dass irgendetwas nicht stimmt. Als sie erfährt, dass in Südfrankreich neben einer Toten eine Waffe gefunden wurde, die aus demselben Raubzug stammt wie die Pistole, mit der sich Eva Rauch angeblich umgebracht hat, beschließt sie ihren Urlaub in Südfrankreich zu verbringen. Anne Chaplet erzählt eine unheimliche Geschichte, für die der Terrorismus der 70er Jahre den Hintergrund liefert.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.02.2002

"Bis zum überraschenden Ende lässt sich dieses aufmerksame Buch in einem Zug verführerisch lesen" lobt Rezensentin Angelika Overath. Sie gibt kurze Einblicke in jene "disparatesten Biografien", die in diesem Kriminalroman zwischen Frankfurt und der südfranzösischen Provinz zusammen geführt werden. Die Autorin erzähle ihre Geschichte vor dem Hintergrund der deutschen Terrorszene der 1970er und frühen 1980er Jahre und frage nach den "Langzeitfolgen für die nicht gemeinten Opfer". Da wird ein Chauffeur irrtümlich hingerichtet, eine Fotografin verschwindet spurlos und eine "einsame, aber tapfere Millionenerbin" erinnert sich in deren Haus an ihre Kindheit, die voller Traumata und Rätsel ist, schreibt Overath. Am Ende gebe es drei Tote, und "über fast jedem, den die Aufklärungen tangieren, schillert ein Verdacht möglicher Täterschaft", was Overath an die Miss-Marple-Krimis von Agatha Christie erinnert. Die Stärke von Chaplets Prosa sieht die Rezensentin vor allem in den lebensnahen Alltagsszenen. Über die kriminalistische Plausibilität des Plots lasse sich allerdings "beckmesserisch" streiten und auch bei der Frage der Legitimation ungesetzlicher Einzelaktionen sei Chaplet "manchmal allzu unscharf und plakativ".

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