Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Eckhard Henscheid, Gerhard Henschel

Jahrhundert der Obszönität

Eine Bilanz

Alexander Fest Verlag, Berlin 2000
ISBN-10 3828600573
ISBN-13 9783828600577
gebunden, 608 Seiten, 25,46 EUR

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 25.05.2000

Dieter Hildebrandt bewundert vorsichtig den "großen Atem" mit dem die Autoren die Obszönitäten des 20. Jahrhunderts anprangern: Von der Dreyfus-Affäre über zwei Weltkriege bis zu Bill und Monica und die Berliner Hauptstadtkultur. Karl Krauss als Führer immer vorneweg. Auf die abstoßenden Seiten des Buchs kommt er erst sehr spät zu sprechen - wenn es nämlich "an die Person" geht. Der Hohn, den die Autoren über Thomas Mann (`räudig ekelhaftes Greisengeschmadder`) oder Marcel Reich-Ranicki (`typologisch und charakterologisch konkurrenzlos unmusischer Mensch`) gießen, gehört für den Rezensenten "zu den widerlichsten Obszönitäten" des Buches.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.05.2000

Ein buntes Sammelsurium des Obszönen, von Stalin und Hitler bis zu "Lady Dis Heiligsprechung" scheinen die Autoren da zu präsentieren. Aber der Rezensent mit dem Kürzel "pap." zeigt sich in seiner Kurzkritik recht agetan: "Blutiger Ernst und medialer Quatsch folgen sich in munterem Wechsel, ohne dass die Proportionen verwischt würden." Manchmal hätten die Texte gar die Schärfe eines Karl Kraus. Allerdings zieht der Rezensent Henscheid als pointierter, "auch kauziger" vor, während er Henschel eine gewisse Renommiersucht und Angeberei des Zitierens übel nimmt.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.03.2000

Ralph Hammerthaler ist den Autoren einer Meinung, was Obszönität im 20. Jahrhundert ausmacht: `Nicht das Bild einer nackten Frau, die ihre Schamhaare entblößt, ist obszön, sondern das eines Generals im vollen Wichs` (Herbert Marcuse, der in dem besprochenen Band zitiert wird). Auf die Dauer ermüdet den Rezensenten jedoch der "Obszönitäten-Overkill" bei Figuren wie Hitler oder Kaiser Wilhelm. Auch vermißt er ein "obszönitätsanalytisches Set", die Autoren hielten ihre moralischen Standards bedeckt. Dennoch müsse man das Buch unbedingt lesen, behauptet Hammerthaler. Doch diese Aufforderung gilt möglicherweise nur Autoren der Süddeutschen Zeitung: In der "Auflistung der Inflationspalette des Kulturbegriffs" hat Hammerthaler nämlich auch die SZ gefunden - als Schöpferin des Wortes `Laptop-PC-Modem-Kultur`.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren