Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Gerhard Henschel

Da mal nachhaken: Näheres über Walter Kempowski

Cover: Da mal nachhaken: Näheres über Walter Kempowski

dtv, München 2009
ISBN-10 3423247088
ISBN-13 9783423247085
Taschenbuch, 240 Seiten, 14,90 EUR

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Klappentext

Der Lebensweg von Walter Kempowski (1929-2007) führt quer durch die deutsch-deutsche Geschichte. Acht Jahre saß er als vermeintlicher "Spion" in Bautzen ab, bevor er sich in der Bundesrepublik als Schriftsteller den Ruf eines skurrilen Außenseiters erwarb. Viele seine Bücher, von "Tadellöser&Wolff" bis zum "Echolot", wurden Bestseller, doch die Anerkennung, die er sich als Spätestheimkehrer erhoffte, blieb ihm versagt. Von den Kritikern wurde Kempowski jahrzehntelang missachtet und geschmäht. Gerhard Henschel geht der Frage nach, wie es dazu gekommen ist. In dem Porträt, das er von Kempowski zeichnet, finden persönliche Erinnerungen ihren Platz zwischen entlegenen Quellenzeugnissen und zahlreichen bislang unveröffentlichten Dokumenten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.05.2009

In Gerhard Henschels Buch über Walter Kempowski gewinnt der Schriftsteller als "Zukurzgekommener" und von der Kritik lange Missachte Gestalt, stellt Stephan Speicher fest. Auch wenn der Autor, der mit Kempowski befreundet war, nicht viel aus seinen persönlichen Erlebnissen mit ihm schöpft, sondern das meiste aus Berichten Dritter oder aus Kempowskis Büchern zieht, hat er den Rezensenten mit seiner "lebendigen" Erzählweise und mit interessanten Details gefesselt, wie dieser lobt. Allerdings findet er, dass man zwar viel über die Hafterfahrung in Bautzen und, nach seiner Freilassung in den Westen die Verbitterung über die westdeutsche Kritik lesen kann, über Kempowskis künstlerische Entwicklung aber wenig lerne. Der Rezensent schätzt den Autor für seinen "Gossenreport" über die Arbeitsmethoden der Bild-Zeitung, in dem Henschel seinem ganzen "polemischen Furor" Ausdruck verleiht. Für die bewundernde Zuneigung gegenüber Kempowski aber, stellt Speicher fest, findet der Autor nicht den rechten "Ton". Und so konzentriere er sich auf negative Kritiken zu Kempowskis Werk, was ihn allerdings dem Porträtierten ähnlich mache, wie der Rezensent augenzwinkernd meint.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2009

Angetan zeigt sich Rezensent Hannes Hintermeier von Gerhard Henschels Porträt Walter Kempowskis, der im Mai 80 Jahre alt geworden wäre. Er würdigt Henschels Engagement für das Werk des eigensinnigen Schriftstellers, galt dieser dem Literaturbetrieb doch lange als Außenseiter. Henschels Buch setzt nach Ansicht des Rezensenten freilich Grundkenntnisse in der "Kempologie" voraus. Der Lebenslauf des Rostocker Reedersohns, der acht Jahre im DDR-Knast Bautzen inhaftiert war, sollte einem also schon einigermaßen bekannt sein. Interessant findet Hintermeier die Darstellung der "leidvollen Rezeptionsgeschichte" von Kempowskis Werk bis zu dessen spätem Erfolg. Ein wenig mehr hätte er sich über den Schulmeister und Pädagogen Kempowski gewünscht. Insgesamt schätzt Hintermeier das Buch aber als eine "Fundgrube von Textstellen, die vorzügliche Werkkenntnis verraten". Zugleich weckt es in ihm den Wunsch nach einer "großen Biografie" des 2007 gestorbenen Schriftstellers.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren