Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Englischen von Esther Kinski. Martin Aitkens Leben liegt in Scherben. Er ist 43-jährig, Polizist, und kann immer noch keine Krawatte binden. Aber als er eine Frau findet, die auf den Straßen Dublins zusammenbrach, könnte sich seine Welt vom Kopf auf die Füße stellen. Aber nicht nur er kennt den Blues: Milton Amery ist ein New Yorker Chirurg. Er hat alles, was das Leben bietet und von allem genug. Er wird nervös, wenn er sich für einen Anzug entscheiden soll. Von seinen Kindern hat er keinen Schimmer und seine Frau verschwindet dann und wann. Doch nun ist sie endgültig auf und davon. Ellen Donelly wird all die Lebensläufe miteinander verknüpfen. In Irland will sie das Puzzle ihrer Herkunft lösen und ihre Mutter finden. In Inishowen werden sie sich alle wieder treffen ...
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.04.2002
Friedhelm Rathjen hat Joseph O'Connors nun mittlerweile vierter Roman nicht überzeugt. Zwar entfaltet O'Connor auch in diesem Roman wieder sein ganzes Talent, Figuren plastisch zu schaffen, die gerade in ihren Brüchen glaubwürdig und unverwechselbar werden, schreibt Rathjen, doch leider belasse es der Autor nicht bei den stimmigen atmosphärischen Beschreibungen und Erfindungen seiner Charaktere. Er zwängt und jagt sie in eine stürmische Handlung, die alles Atmosphärische wieder zunichte macht, bedauert Rathjen. So werde aus dem Buch ein eher alberner bis lauer Unterhaltungsroman, der von allem "ein bisschen" habe: ein bisschen Familientragödie, ein bisschen Thriller, ein bisschen Komödie - von allem zuviel und doch insgesamt ein bisschen zu wenig, meint er. O'Connor muss sich endlich auf ein Thema und einen Erzählmodus konzentrieren, wünscht sich der enttäuschte Rezensent. Dass er das könne, habe sein Erstling "Cowboy und Indianer" gezeigt.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.01.2002
Für den Geschmack von Rezensent Wolfgang Steuhl hat Autor O'Connor eigentlich etwas zuviel in sein Buch hineingepackt: Ehekrisen, Kriminalfälle, irischer Zeitgeschichte, Kulturkritik und Identitätsfindungen - "und das alles noch angereichert durch burleske, temporeiche Einlagen, die einer Filmkomödie alle Ehre machen würden". Aber weil alles "in bester Absicht" geschah und O'Connor nach Ansicht des Rezensenten außerdem mit seinen "Anspielungen auf Helden der irischen Literatur" von Swift über Joyce und Beckett "in bester Geschichtenerzählertradition" stehe, fällt das Urteil mild positiv aus. Anteil an der Bewertung hat auch die "Beobachtungs- und Formulierungsgabe des irischen Autors, die Steuhl "frisch und unverbraucht" findet. Deshalb gefällt ihm letztlich die Geschichte, in der sich auf unergründlichem irischem Territorium zwei Schicksalswege kreuzen: der einer verlassenen irisch-amerikanischen Gattin eines Schönheitschirurgen und eines degradierten irischen Polizisten. Wohltuend findet unser Rezensent auch, dass bei allen Anspielungen auf "Tiefen und Untiefen der irischen bzw. amerikanischen Seelen", der Autor deren vollständige Aufklärung dennoch für sich behält - sprich, seine Figuren nicht verrät.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.01.2002
Auf den ersten Blick erscheint Bruno von Lutz der neue Roman O'Connors ziemlich konstruiert. Dennoch kommt er schließlich zu einem positiven Gesamturteil. Dies habe das Buch seiner "Mischung aus spannenden Thriller, literarischem Road-Movie und psychologischer Studie" zu verdanken, begründet er. Es hebe sich "wohltuend vom ubiquitären Grün der Irishness ab", fügt er an. Der 1963 geborene irische Autor, der in vielen literarischen Bereichen erfolgreich ist, thematisiere in seinem neuen Buch zum Beispiel die in Irland übliche Praxis, uneheliche Kinder in die USA zur Adoption freizugeben. Die sich hinter dieser Praxis verbergende Doppelmoral ist wohl nur ein Beispiel für ein geschöntes Bild von Irland, dass "wir zu kennen glauben", das aber, wie Lutz versichert, nur unter Ausschluss der eigentlichen, einer harschen Realität stattfinden" könne, was O'Connor in seinen Texte vermittelt . Aber auch die amerikanische Gesellschaft bekommt in diesem Roman ihr Fett ab, und diesen "Transatlanische Spagat" findet der Rezensent überzeugend.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Alma Guillermoprieto: Havanna im Spiegel
Aus dem Spanischen und Englischen von Matthias Wolf. 1970 verließ die junge Mexikanerin Alma Guillermoprieto ...
Martina Rellin: Klar bin ich eine Ost-Frau!
Martina Rellin hat sich mit Frauen aus dem Osten darüber unterhalten, was sie wirklich bewegt, wie sie ihr ...
Archiv: Bücherschauen
Das Gegenglück, der Geist
09.02.2010: Großer Bahnhof für J.M. Coetzee: Zu seinem Siebzigsten preisen FAZ, FR, NZZ und SZ den neuen autobiografischen Roman "Sommer des Lebens" als "grandios", "raffiniert" und "wahrste, kühnste und unterhaltsamste Literatur". Sehr lieb ist der NZZ die Anti-Hysterie von Arno Geigers Eheroman "Alles über Sally". Die taz feiert Amir Hassan Cheheltans großartigen Roman "Teheran Revolutionsstraße". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Christopher Isherwood: Löwen und Schatten
08.02.2010: Großartig erzählt Christopher Isherwood in "Löwen und Schatten" von seiner Schul- und Studienzeit in London und Cambridge in den zwanziger Jahren, von seinen ersten Schreibversuchen und seinen ersten Freunden und Liebhabern. Hier eine Leseprobe. Mehr lesen
Miljenko Jergovic: Freelander
01.02.2010: Karlo Adum heißt der Held in Miljenko Jergovics neuem Roman "Freelander". Er ist ein pensionierter Lehrer und begibt sich eher widerwillig auf eine Irrfahrt durch Kroatien nach Bosnien und Herzegowina. Zu einer Testamentseröffnung. Lesen Sie hier einen Auszug.
Mehr lesen
Alain Mabanckou: Black Bazar
25.01.2010: Alain Mabanckou erzählt in seinem Roman "Black Bazar" sehr selbstironisch von den Träumen afrikanischer Männer, die in Paris ihr Glück suchen. Und hin und wieder auch einen Rückschlag verschmerzen müssen. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Folgen Sie uns auf Twitter


