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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Reinhard Jirgl

Die atlantische Mauer

Roman

Cover: Die atlantische Mauer

Carl Hanser Verlag, München 2000
ISBN-10 3446198466
ISBN-13 9783446198463
gebunden, 470 Seiten, 25,46 EUR

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Klappentext

Am Anfang der atlantischen Mauer steht eine Frau: aufgewachsen in Dresden, Ausbildung zur Krankenschwester in Berlin, Arbeit in der Psychiatrie, dann Jahre mit wechselnden Jobs. Als sich in der Nach-Wendezeit alle ihre Pläne zerschlagen, ringt sie sich zu einer radikalen Entscheidung durch und versucht, in New York eine neue Existenz zu beginnen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2000

Jochen Hörisch bespricht den Roman im Rahmen eines ausgreifenden und lesenswerten Essays über ältere und neuere Berlin-Romane und hebt Jirgl dabei heraus, um ihn in den allerhöchsten Tönen zu loben: "Virtuoser, rhythmischer, anspielungsreicher, komplexer und zugleich eindringlicher ist in deutscher Sprache seit Johnsons ,Jahrestagen` nicht mehr geschrieben worden." Leider verliert der Rezensent dabei ein bisschen den Faden und vermag nicht zu erklären, was Jirgls Roman, der zum Teil in Berlin spielt, nun eigentlich Neues über die Stadt zu sagen hat. In seiner Begeisterung musste der Rezensent sein eng begrenztes Thema einfach sprengen: Für ihn ist "Die atlantische Mauer" mehr als nur ein "Berlin-Roman", er sieht darin - zum Beispiel im 75seitigen Monolog eines alten Serienkillers - "einen der sprachlichen Höhepunkte der deutschen Nachkriegsliteratur überhaupt". Anders als der taz-Rezensent Peter Walther sieht Hörisch in Jirgls Roman am Ende durchaus einen kleinen Hoffnungsschimmer aufblitzen: Jirgls Figuren wollten lernen, auf ein "Heilsverlangen" zu verzichten, um sich mit einem bescheidenen "Heilungsbegehren" zu begnügen.

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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.03.2000

Große Töne schwingt und große Töne hält Martin Lüdtke auf einen Autor, dem das Prädikat "schwierig" anhaftet: "Solche Schriftsteller braucht das Land". Das ist einer, der sich "an den versteinerten Verhältnissen" und an der Sprache abarbeitet. Dafür seine eigene "sperrige Orthografie" und Syntax entwickelt. Anders als Walser & Co, schreibt Lüdtke, betrachtet Jirgl seine Figuren nicht als handlungsfähige Subjekte, sondern als distanzlose Objekte der Handlung, die sie - auch sprachlich - über sich ergehen lassen müssen. Jirgls pessimistische Weltsicht stoße ständig, wenn auch nicht mehr an die innerdeutsche, dann an eine "atlantische Mauer"; wo Jirgl der Ausblick fehlt, sieht Lüdtke Tiefgang.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.03.2000

Fasziniert schreibt Peter Walther über diesen Roman - aber letztlich überwiegt doch die Kritik. Er bewundert, wie präzise Jirgl auf den ersten Seiten des Buchs die Grundkonstellation des Romans fügt. Eindringlich geht der Rezensent dann auf das stets totale Liebes- und Lebensunglück der Helden und Heldinnen ein- eine der Frauen wandert gar aus dem Westen in die DDR ein, um dem Vater zu entfliehen, der sie missbrauchte. Jirgl selbst schreibe, dass das Leben eigentlich nur verschiedene Perspektiven des Scheiterns biete, und dabei kenne er keine Nachsicht mit seinen Figuren. "Ein höhnisch-kalter Wind durchweht den Roman." Und gerade das gefällt Walther nicht: Er findet, dass Jirgls Buch letztlich in Indifferenz versinkt. Denn da Jirgl keinen Begriff vom Glück habe, sei er auch nicht fähig zu Tragik

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

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09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

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