Herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von James Grauerholz. Aus dem Amerikanischen von Pociao und Walter Hartmann. "Last Words" ist ein komplexes Selbstporträt des Künstlers als alter Mann. Bis zuletzt wetterte Burroughs unermüdlich gegen das Establishment und nahm den Zustand unseres Planeten kritisch unter die Lupe. Er war schockierend, böse und umwerfend komisch. Anekdoten und Erinnerungen an Freunde und wichtige Stationen seines Lebens bilden die Plattform für seine berühmten Routines, die als Treibgut seiner Träume, Lektüre und Vision zurückbleiben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.04.2002
Was für ein "glanzvoller Abgang", staunt Florian Vetsch, der Burroughs letzte Aufzeichnungen mit großer Begeisterung und Rührung gelesen hat. In seinen letzten Tagen, so berichtet Vetsch, hat Burroughs noch mal seinem Waffenfanatismus freien Lauf gegeben und "gut geschossen". Dann hat er noch ein letztes Gedicht über die Kraft der Liebe geschrieben und sich zärtlich seiner Katzen erinnert, die er so vergötterte. Und dann starb er. Ein Weisheitsbuch sei das schon, meint Vetsch, aber kein sehr freundliches, denn neben den Passagen über Liebe und Katzen gibt es auch Liebeserklärungen an Haie, trotzige Bekenntnisse zur Drogensucht und überhaupt "unsägliche Ausbrüche". Aber auch über den Tod - den der anderen und den eigenen - findet Vetsch instruktive Passagen und empfiehlt den Band jedem Leser, der sich mit der "schwierigen Kunst des Sterbenlernens" befassen will.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2001
1997 starb William S. Burroughs, 83-Jährig, an einem Herzinfarkt. Die letzten Jahre seines Lebens hatte er zurückgezogen in einem kleinen Holzhaus in Kansas verlebt. Vom Schreiben konnte er bis zum Schluss nicht lassen, berichtet Hans-Peter Kunisch, der mit großer Spannung Burroughs "Last Words", eine Notizensammlung, gelesen hat. Diese letzten Worte sind voll "giftigen Spott" und "wilder Wut", so wie man Burroughs eigentlich auch kennt, schreibt der Rezensent. "Journal Intime" würde besser passen als "Last Words", denkt Kunisch. Neben "Pauschaltiraden" gegen George Bush, Ronald Reagan und Bill Clinton habe Burroughs in seinen Notizen nach bewährter "Cut-up-Technik" Gedanken über Literatur, vor allem Drogensachbücher, festgehalten. Überhaupt nicht einverstanden ist der Rezensent damit, dass Burroughs Verleger James Grauerholz, der den Band zusammengestellt hat, fünf Prozent der Notizen weggelassen hat, ohne diese "Lücke" in den "Last Words" kenntlich zu machen. Und auch die Übersetzung ist dem Rezensenten an manchen Stellen etwas "zu deutsch" geraten.
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