Gesine Krüger fragt in diesem Buch nach Bildern und Mythen über den Krieg zwischen den namibischen Herero und dem Deutschen Kaiserreich 1904-1907, nach sozialen, ökonomischen und kulturellen Formen der Kriegsbewältigung sowie nach Entwicklungen der Nachkriegszeit, die in einem Prozeß der Rekonstruktion der Herero-Gesellschaft mündeten.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.03.2000
Mit Gesine Krügers Studie über die Folgen des Kolonialskrieges in Namibia für die Herero und ihr Land sieht Thomas Morlang eine Lücke geschlossen. In seiner kurzen Rezension hebt er positiv hervor, dass das Buch besonders die weniger beachtete Nachkriegszeit untersucht, während sich die Forschung bisher vor allem auf die Zeit des Kolonialkrieges in Namibia konzentriert habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.1999
Sehr angetan berichtet Christian Geulen über diese seltene Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus und den Blick auf eine Vergangenheitsbewältigung mit umgekehrten Vorzeichen - denn die Frage ist ja, wie die aufständischen Herero im heutigen Namibia mit dem Trauma ihrer Niederlage gegen die Deutschen fertig wurden. Geulen betont aber, dass man beide Seiten in Krügers Buch betrachten kann: die Deutschen, für die der Rassismus eine Rechtfertigung für ihre Kriegsgräuel darstellte, und die Herero, die sich etwa in der Aneignung von Uniformen und Rangabzeichen bis in die jüngste Vergangenheit auch gegen ihre späteren Unterdrücker wehrten. Leider lasse Krügers Sprachkraft manchmal etwas zu wünschen übrig, vermerkt Geulen, aber letztlich sei es vor allem zu begrüßen, dass sie die Globalisierung "als Herausforderung an das historische Denken ernst nimmt".
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