Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Thomas Brussig
Leben bis Männer
Klappentext
Einer packt aus. Mehr als zwanzig Jahre war er der Stratege am Rand, im Training ein harter Knochen, auf dem Platz ein Erlöser. Sein Verein hieß einst "Tatkraft Börde", sein Beruf ist Fußballtrainer. Jetzt zieht er vom Leder, und es gibt kein Halten: Weil einer seiner Spieler vor Gericht gestellt wurde, hat die Mannschaft den Aufstieg nicht geschafft. Ein Fußballtrainer aus der Provinz rechnet ab.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.01.2002
Ein Buch, "so schön, wie die Nationalmannschaft leider schon lange nicht mehr gespielt hat". Bei Brussig hat Malte Oberschelp den Fußball noch "als kollektives Speichermedium" und "globales Erklärungsmodell", als "moralische Anstalt" erfahren dürfen und freut sich bannig darüber. Freut sich vor allem, weil dieser ostalgische "Trainermonolog" über Gott und die Welt nicht darauf abzielt, einen "Ostalgiker bloßzustellen". Stattdessen, so Oberschelp, federe der Autor, sein Stück (wie schon seinen Roman "Helden wie wir") "humoristisch ab", so dass es zum Beispiel zur tragikomischen Engführung von Mauer- und Torschuss kommen kann. Für um so schätzenswerter hält der Rezensent das, da Brussig dabei nicht auf die Einflechtung "ernsthafter Beschwerdegründe" verzichtet und dem Leser vor Augen führt, "warum es die PDS wieder zu einer Regierungsbeteiligung bringt".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2001
Der Ostberliner Schriftsteller Thomas Brussig hat sich als "Mediator im deutsch-deutschen Gefühlsstau" schon längst einen Namen gemacht, schreibt Rezensent Oliver Seifert. Denn Brussig setze - "mit heiterem Blick, wohlwollend im Tonfall" - mehr aufs Amüsement auf eigene Kosten, denn auf Selbstmitleid und Vorwurf. In seinem neuen Buch lässt er einen ostdeutschen Fußballtrainer zu Wort kommen, der jedem Fan so richtig aus dem Herzen spricht, so der Rezensent. Er beschreibt den Trainer als "kleinbürgerlichen Wüterich", dem der Sport als letzte Bastion für Recht und Ordnung, Geschlossenheit, Disziplin und Kollektivität geblieben ist. Letztlich ist dieser Monolog, so Seifert, ein Epilog, und zwar einer auf eine "haltlose Kreatur", einen "Sozialkrüppel", der sich verbal selbst ins Abseits manövriere.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.11.2001
Dirk Fuhrig findet den Einfall, sich als Schriftsteller mit Fußball zu befassen nicht besonders neu. Trotzdem folgt er dem Autor mit Interesse, wenn er in der Gestalt eines Fußballtrainers den Sport in Analogie zur DDR treten lässt. Er lobt Thomas Brussig dafür, diesen Vergleich nicht "allzu vordergründig" angelegt zu haben und ist besonders angetan davon, wie der Autor den fortschreitenden "Realitäts-Verlust" des Protagonisten "eindringlich deutlich" macht und gleichzeitig als ganz alltäglich schildert. Trotzdem ist der Rezensent ein bisschen enttäuscht. Das Ganze wirkt auf ihn irgendwie "unfertig und fragmentarisch", und auch wenn sich Brussig wie gewohnt "auf seinen Stil verlassen kann" und das Buch durchaus "kraftvoll in einem Zug" geschrieben zu sein scheint, wie Fuhrig meint, überzeugt es ihn nicht ganz. Deshalb gibt er zuletzt der Hoffnung Ausdruck, Brussig möge wieder mal ein derart "inhaltlich komplexes" Buch wie seinen ersten Roman "Helden wie wir" vorlegen.
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Archiv: Bücherschauen
Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







