Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Der "gefrorene See" ist ein seltenes Naturschauspiel: Der Bodensee wird zu einer einzigen Eisfläche und verbindet seine Ufer miteinander. Die Anrainer nennen es Seegfrörne. Zur letzten Seegfrörne im Jahr 1963 hatte sich der junge Robert Teiler auf den Weg über das Eis gemacht; seither gilt er als verschollen. Viel später interessiert sich wieder jemand für sein Schicksal: Höfe, der Chronist einer kleinen Seegemeinde. Er wurde in den Ort geholt, um dessen Vergangenheit zu schildern, doch seine Recherchen zur Seegfrörne führen ihn immer wieder zum ungeklärten, geheimnisvollen Schicksal des Jungen...
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.04.2002
Talent zeigt der Autor in seinem Debütroman "zweifellos", meint Manfred Papst, der den Roman über einen Chronisten, der an den Bodensee kommt und dort nicht nur die sonderbaren Menschen, sondern auch die Geschichte eines Verschollenen kennen lernt, trotzdem nicht recht gelungen findet. Denn er krankt nach Ansicht des Rezensenten an dem typischen Anfängerfehler, dass "alles hinein" muss. Schon im Genre kann sich Hamann nicht recht entscheiden, kritisiert Papst, er lege sich weder auf einen Krimi noch auf eine "Milieustudie" fest, und so gelinge es ihm nicht, eine "kohärente Form" für seine Geschichte zu findet. Dabei findet Papst durchaus, dass der Autor "im Detail" viele gelungene Einfälle hat. Er lobt seine "anschauliche, zu umgangssprachlicher Verknappung neigende Sprache" und findet es besonders angenehm, dass Hamann "große Worte" vermeidet.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.11.2001
Die Geschichte vom sechzehnjährigen Bodensee-Boots-Steuermann Robert Teiler erzählt Christof Hamann als Mischung aus "Krimi, Provinzsatire, Außenseiter-Porträt und sozialpsychologischer Studie". Der Heimatforscher Höfe gräbt sie aus, als er eine Chronik einer Seegemeinde verfassen soll, bei seinen Recherchen ergeben sich "Widersprüche", die Leute können "Dumpfsinn und Bösartigkeit nicht verhüllen". Eine Abrechnung mit der Heimat ist das, meint Kristina Maidt-Zinke, die doch deren "Charme nicht verleugnen" will. Die Klischees vermeidet Hamann dabei nicht immer, bemängelt sie, die Wiederholung des Motivs vom "Ritt über den Bodensee" ist ihr irgendwann auf die Nerven gegangen. Dennoch hat sie am handwerklichen Können des Verfassers nichts auszusetzen, macht ihm jedoch gerade das zum Vorwurf: der Roman ist, findet sie, "ein eisglattes, nach allen Regeln der Literaturwerkstatt kunstreich konstruiertes Prosastück".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 20.10.2001
Überaus kritisch bespricht Tomas Fritzel Christof Hamanns Provinzroman, in dem ein Schriftsteller einen vertuschten Selbstmord aufzuklären versucht. Eins der Probleme sieht der Rezensent darin, dass der Autor zu sehr eins ist mit dem Protagonisten, so dass auch die "Intention des Autors zum Verschwinden" gebracht werde. Zudem schwanke der Autor in seiner Haltung zwischen "klinischem Blick und sanft komischer Ironie", wobei ihm der Spagat nur äußerst mäßig gelinge. Vor allem, dass er nicht plausibel machen kann, warum er sich so mit dem Helden identifiziert, führt für Fritzel dazu, dass der Leser sich nicht wirklich berührt fühlt. Ein weiteres Problem für den Rezensenten ist der Dialekt, der seiner Ansicht nach seiner intendierten Funktion beraubt wird, sobald man ihn verschriftlicht. Alles in allem also ein Urteil, das keine Lust macht, den Roman zu lesen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







