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zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Stephen Hawking

Das Universum in der Nussschale

Cover: Das Universum in der Nussschale

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2001
ISBN-10 3455093450
ISBN-13 9783455093452
Gebunden, 224 Seiten, 25,51 EUR

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Klappentext

Aus dem Englischen von Hainer Kober. Wie viele Wissenschaftler ist Hawking auf der Suche nach dem heiligen Gral der Physik, der "Weltformel". Dabei spielen skurrile Gedankengebäude wie Supergravitation, Supersymmetrie und Superstrings eine wichtige Rolle. Hawking entwickelt die Vorstellung, dass nicht nur jeder Raum, sondern auch jede Zeit eine bestimmte Form annimmt, oder die Theorie, der zufolge das Universum viele "Geschichten" in der imaginären Zeit hat, aber nur manche von ihnen, die abgeflacht-rund geformten, die Entstehung intelligenten Lebens gestatten. Mittels 250 Farbillustrationen führt Hawking den Laien in das surreale Wunderland der modernen Raumzeitforschung ein, in die Evolution eines Universums, das einer winzigen Nuss entsprang.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2001

Ernst Peter Fischer ist "verstimmt" über Stephen Hawkings neues Buch: der beabsichtigte Markterfolg ist für ihn in der bunt bebilderten und wenig Text enthaltenden Neuerscheinung, seiner Meinung nach eine Wiederholung von "Eine kurze Geschichte der Zeit", zu offensichtlich. Hawkings Wortschöpfung des Bran (entstanden aus Membran, womit das "ausgedehnte Objekt einer Theorie" gemeint ist, auf dessen Grundlage man "schwarze Löcher und andere exotische Gebilde" betrachten kann) ist eigentlich ein Wortwitz, was die Übersetzung nicht erwähne. Dies und andere Witzchen hätten "Stammtischqualität". Stephen sei schlicht die "alberne Ausgabe von Albert". In seiner Nachahmung von Albert Einstein spreche er allerdings auch von Dingen, von denen er nichts verstehe, was Einstein stets tunlichst vermieden habe.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2001

Für den roten Faden in diesem Buch (entlang der Idee einer Weltformel) ist der Rezensent Günter Paul sehr dankbar. Dennoch hat Paul eine ganze Menge Vertrauen in den Intellekt seiner Leser, wenn er versucht, Hawkings "verhalten optimistischen" Standpunkt hinsichtlich String-Theorien und Super-Gravitation nachzuzeichnen. Begreifen lässt sich indes folgendes: Wer der Weltformel-Idee, aus welchen Gründen immer, skeptisch gegenübersteht, kann hier immer noch "faszinierend" finden, wie Hawking über die Suche danach berichtet und dabei "spannende Ausflüge in die Astrophysik und die Kosmologie" macht. Und das kann mitunter sogar "humorvoll" sein.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.09.2001

Ulrich Kühne ist enttäuscht. Inkonsequenz wirft er dem Meister der Wissenschaftsliteratur vor, der mit seiner "Kurzen Geschichte der Zeit" vor etwas über einem Jahrzehnt weltweit alle Rekorde brach. Die damals versprochene Weltformel enthalte auch das neue Buch nicht, warnt Kühne, den das gebrochene Versprechen weniger stört als vielmehr die "Beliebigkeit der Sprache", mit der Hawking neuerdings wild herumhantiere. Wenn man die Begriffshülsen von Physik und Mathematik austausche, könnte Hawkings Buch ebenso gut von Perserteppichen handeln, bedauert Kühne, denn im Buch gehe es zu wie im orientalischen Basar. Obwohl sich der Physiker selbst als Positivist bezeichnet, verhält er sich ganz unpositivistisch, meint der Rezensent: wo Hawking nicht weiter wisse, weil auch Wissenschaft und Forschung noch nicht weitergekommen sind, neige er zu Prophezeiungen und treibe in phantastischen Metaphern seine Spekulationen voran. Für Kühne ist Hawkings jüngstes Buch ein klarer Fall von "Erbauungsliteratur" - auch wenn der Autor alles nur zu einer Frage der Intelligenz erkläre, die man notfalls veredeln müsse.

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