Vor 8 Monaten ist Klara mit 97 Kisten bei George in New York eingezogen, sie hatte begonnen auszupacken, bis zu dem Moment, in dem er sie bewegungslos vor der 12. Kiste fand, in der Hand ein Foto, das sie mit einem anderen Mann vor zwanzig Jahren zeigte ...
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 13.12.2001
Kaum ein gutes Haar lässt Jochen Jung an diesem Roman, in dem eine Frau in New York auf ihr Leben zurückblickt. Nicht nur, dass der Rezensent das Ende des Buches als "völlig unglaubwürdig" tadelt. Ihn nerven auch die stillen Gespräche der Protagonistin mit Eisbären, herrenlosen Hunden und Tauben. Er fühlt sich auf das Unangenehmste an "Mädchenbuchhaftes" erinnert. Besonders ärgerlich aber findet er, dass die Autorin die depressive Gefühlslage ihrer Hauptfigur nicht erklärt, ja, sich nicht einmal dafür zu interessieren scheint. Überhaupt, beschwert sich Jung, habe der Roman "nicht viel zu erzählen". Was als Leseeindruck zurück bleibe, sei "letztlich Ausdrucksschwäche". Das findet er um so bedauerlicher, als gegen Ende zumindest einmal das komische Talent der Autorin aufscheine, und er hier "Sympathie mit diesem Buch gewinnt", wie er selbst nicht ganz brillant formuliert.
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