Bücherschau der Woche
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Juliane Gräbener-Müller und Nikolaus Stingl. Während des Zweiten Weltkriegs legt Japan mit Unterstützung von Nazi-Deutschland eine gigantische Goldreserve an. Die Alliierten werden zwar auf verschlüsselte Mitteilungen aufmerksam, aber selbst ihren besten Kryptographen gelingt es nicht, den legendären "Arethusa"-Geheimcode zu knacken. Mehr als ein halbes Jahrhundert später stößt eine Gruppe junger amerikanischer Unternehmer im Wrack eines U-Boots auf die Anzeichen einer riesigen Verschwörung und auf das Rätsel um einen verborgenen Schatz.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2002
Auch "scheinbar grundstürzenden Innovationen" wie der Cyberspace haben eine Geschichte und die erzählt der Ex-Hacker Neal Stephenson in dem fast 1200 Seiten umfassenden "ziegelschweren Wälzer" Crytonomicon, berichtet Uwe Pralle. Damit deutet der Rezensent bereits an, was ihm an diesem Roman weniger gefällt: Zu viele historische Figuren würden hier eingeführt, die oft konturlos blieben. Hätte der Autor die ausschweifende Darstellung der Geschichte der Informationstechnologie deutlich gekürzt, dem Leser bliebe manche Ermüdungserscheinung erspart, mäkelt Pralle. Doch räumt er Stephenson auch großes Lob ein. Besonders gut gefällt dem Rezensenten, dass sich der Roman durchaus auch als "hübsche Satire" auf die New Economy lesen lasse und er "ungewöhnlich" viel Information über die Gegenwart und die Wurzeln des Cyberspace enthalte. Seine "respektlose Phantasie" gegenüber dem Diktum, "technologische Sachverhalte wie Hieroglyphen zu hüten", wirke geradezu "befreiend", atmet der Rezensent erleichtert auf. Und der Rekurs auf die europäische Geschichte der Computertechnologie wird, mutmaßt Pralle, manchen Europäer erstaunen, denn gerade der Rückgriff auf die europäischen Wurzeln dürfte für viele "heute weit und breit undenkbar" sein.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.10.2001
Um einen gelungenen Versuch, "der scheinbar so geschichtsversessenen Cybergegenwart eine Vergangenheit zu geben", handelt es sich bei dem neuen Buch von Neal Stephenson, meint Tobias Rapp. Der kalifornische Autor, der sich in seinen früheren Büchern mit virtuellen Realitäten, technologischen Zukunftsszenarien und Computertechnologie beschäftigt hat, erzählt nach Rapps Verständnis diesmal davon, dass die Wurzeln der gegenwärtigen Informationstechnologien im Zweiten Weltkrieg zu suchen sind: "denn Computertechnologie ist Kriegstechnologie". Das zeige der Entwicklungsschub, der aus dem "Kryptokrieg zwischen den Deutschen und den Alliierten um die deutsche Verschlüsselungsmaschine Enigma" entstanden sei. Der Roman spiele auf zwei Zeitebenen, eine zur Zeit des Zweiten Weltkrieg und eine im Kalifornien der neunziger Jahre, und ist für Rapp als Hackerroman zu lesen, der "all die Phantasmen und Ideen bündelt, die durch das zeitgenössische Hackerkalifornien geistern". Trotzdem findet der Rezensent, dass Stephenson über seinen persönlichen Hackerbackground, über das, was der Rezensent als "kalifornische Ideologie" bezeichnet - den Traum von der Demokratisierung des gesellschaftlichen Datentransfers - hinausgeht: "Denn jenseits aller übergreifenden Idee und Entwürfe, auch aller persönlichen Verstrickungen, sind es die Geldströme, die die beiden Zeitebenen miteinander verbinden."
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