Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 11.38 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Neal Stephenson

Cryptonomicon

Roman

Cover: Cryptonomicon

Manhattan Verlag, München 2001
ISBN-10 3442545293
ISBN-13 9783442545292
Gebunden, 1181 Seiten, 29,65 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Juliane Gräbener-Müller und Nikolaus Stingl. Während des Zweiten Weltkriegs legt Japan mit Unterstützung von Nazi-Deutschland eine gigantische Goldreserve an. Die Alliierten werden zwar auf verschlüsselte Mitteilungen aufmerksam, aber selbst ihren besten Kryptographen gelingt es nicht, den legendären "Arethusa"-Geheimcode zu knacken. Mehr als ein halbes Jahrhundert später stößt eine Gruppe junger amerikanischer Unternehmer im Wrack eines U-Boots auf die Anzeichen einer riesigen Verschwörung und auf das Rätsel um einen verborgenen Schatz.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.09.2002

Auch "scheinbar grundstürzenden Innovationen" wie der Cyberspace haben eine Geschichte und die erzählt der Ex-Hacker Neal Stephenson in dem fast 1200 Seiten umfassenden "ziegelschweren Wälzer" Crytonomicon, berichtet Uwe Pralle. Damit deutet der Rezensent bereits an, was ihm an diesem Roman weniger gefällt: Zu viele historische Figuren würden hier eingeführt, die oft konturlos blieben. Hätte der Autor die ausschweifende Darstellung der Geschichte der Informationstechnologie deutlich gekürzt, dem Leser bliebe manche Ermüdungserscheinung erspart, mäkelt Pralle. Doch räumt er Stephenson auch großes Lob ein. Besonders gut gefällt dem Rezensenten, dass sich der Roman durchaus auch als "hübsche Satire" auf die New Economy lesen lasse und er "ungewöhnlich" viel Information über die Gegenwart und die Wurzeln des Cyberspace enthalte. Seine "respektlose Phantasie" gegenüber dem Diktum, "technologische Sachverhalte wie Hieroglyphen zu hüten", wirke geradezu "befreiend", atmet der Rezensent erleichtert auf. Und der Rekurs auf die europäische Geschichte der Computertechnologie wird, mutmaßt Pralle, manchen Europäer erstaunen, denn gerade der Rückgriff auf die europäischen Wurzeln dürfte für viele "heute weit und breit undenkbar" sein.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.10.2001

Um einen gelungenen Versuch, "der scheinbar so geschichtsversessenen Cybergegenwart eine Vergangenheit zu geben", handelt es sich bei dem neuen Buch von Neal Stephenson, meint Tobias Rapp. Der kalifornische Autor, der sich in seinen früheren Büchern mit virtuellen Realitäten, technologischen Zukunftsszenarien und Computertechnologie beschäftigt hat, erzählt nach Rapps Verständnis diesmal davon, dass die Wurzeln der gegenwärtigen Informationstechnologien im Zweiten Weltkrieg zu suchen sind: "denn Computertechnologie ist Kriegstechnologie". Das zeige der Entwicklungsschub, der aus dem "Kryptokrieg zwischen den Deutschen und den Alliierten um die deutsche Verschlüsselungsmaschine Enigma" entstanden sei. Der Roman spiele auf zwei Zeitebenen, eine zur Zeit des Zweiten Weltkrieg und eine im Kalifornien der neunziger Jahre, und ist für Rapp als Hackerroman zu lesen, der "all die Phantasmen und Ideen bündelt, die durch das zeitgenössische Hackerkalifornien geistern". Trotzdem findet der Rezensent, dass Stephenson über seinen persönlichen Hackerbackground, über das, was der Rezensent als "kalifornische Ideologie" bezeichnet - den Traum von der Demokratisierung des gesellschaftlichen Datentransfers - hinausgeht: "Denn jenseits aller übergreifenden Idee und Entwürfe, auch aller persönlichen Verstrickungen, sind es die Geldströme, die die beiden Zeitebenen miteinander verbinden."

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Golden german tor lass uns ein als große fisch

10.02.2012: Die SZ ermittelt mit Martin Amis' Roman "Die schwangere Witwe" jenen Nullpunkt, an dem sich Sex und Liebe trennten. Die FAZ geht mit Didier Decoin der Frage nach, warum 38 Menschen der um ihr Leben kämpfenden Kitty Genovese nicht halfen. Die FR feiert den "famose Falschmünzer" Juri Andruchowytsch und seinen Roman "Perversion". Begeistert ist sie auch von Michael Ondaatjes Roman "Katzentisch". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren