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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Derek Walcott

Mittsommer/Midsummer

Zweisprachige Ausgabe

Cover: Mittsommer/Midsummer

Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN-10 3446201025
ISBN-13 9783446201026
Kartoniert, 143 Seiten, 15,24 EUR

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Klappentext

Aus dem karibischen Englisch übersetzt von Raoul Schrott. Mittsommer, ein Poem in vierundfünfzig Sequenzen, ist das lyrische Logbuch eines Jahres, von Sommer zu Sommer. Es ist Derek Walcotts Mitte des Lebens, eine Bestandsaufnahme des karibischen Dichters und Malers.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.01.2002

Ach je. Da stellt Bruno von Lutz fest, dass es die "schiere Lust der Sprache" ist, die Derek Walcott antreibt, die Lust auch, eine Art "colonisation in reverse" zu betreiben, indem er sich des Englischen als der Sprache der Kolonisatoren seiner karibischen Heimat bedient. Stellt fest, dass es neben den in den Gedichten eingefangenen Sinneswahrnehmungen vor allem "eine nicht zu bändigende Sprachgewalt" ist, die diese Eindrücke befeuert - und dann? Dann wird dieser ursprüngliche Lesegenuss im deutschen Teil der zweisprachigen Ausgabe durch Aufgeblasenheit, Oberflächlich- und Schludrigkeiten derart vereitelt, dass der Rezensent richtig sauer wird und es eindrückliche Beispiele für "Schrotts umständliche Satzbildungen und Aufbauschungen" und hässliche Übersetzungsfehler (hallo, Lektorat!) nur so hageln lässt. Poetischer, kommentiert Lutz sehr freundlich, werde die Sprache dadurch jedenfalls nicht. Fragt sich bloß, wieso Schrott sich so programmatisch so umständlich ausdrückt, wenn es auch eleganter ginge. Lutz hegt einen scheußlichen Verdacht: Der Übersetzer hält den Leser für unfähig, poetische Bilder zu entschlüsseln. Der Gipfel.

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 10.10.2001

Eine positive Auseinandersetzung mit dem Gedichtzyklus des Nobelpreisträgers Derek Walcott und eine kritische mit der deutschen Übersetzung ist diese Rezension Hannelore Schlaffers. Die Rezensentin setzt sich vor allem mit der Tatsache auseinander, dass "der Mensch und die Landschaft bei Walcott ... derselben Körperwelt" angehören, was für einen Leser mit europäischem literarischen Hintergrund ungewohnt sei, dadurch aber auch eine große Faszination ausübe. Die Beurteilung der Übersetzung Raoul Schrotts hingegen ist vernichtend, da er nach Meinung der Rezensentin häufig mit seinen Ambitionen über das Ziel hinausschießt, wenn er zum Beispiel sämtliche Metaphern in Vergleiche ummodele oder das Lesen durch einen wenig sinnvollen Gebrauch von Satzzeichen erschwere. Daher klassifiziert Schlaffer die Übersetzung als "Interpretationsvorschlag", was sie immerhin als "Versuch gelten" lässt - mehr allerdings nicht.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.08.2001

Für ein paar "Unschärfen in den Randzonen" dieser Poesie (Klischeeseligkeit beim Thema Holocaust), entschädigt den Rezensenten Lothar Müller der Reichtum im Zentrum, ein "unendlicher Vorrat an Wolken, Sonne, Fregattvögeln ... rostigen Schiffen." Schon in Ordnung, wenn Walcott an seiner "Überblendung von Ägäis und Karibik" feilt, er den Zeitpfeil der westlichen Historiographie eintauscht gegen "den Zyklus und die Landschaft." Und auch an der Übersetzung von Raoul Schrott mit ihrem Willen zur Nachbildung gelehrter Untertöne und selbst beiläufiger Reimbildungen und Assonanzen findet Müller Gefallen, vermisst er auch die Anmerkungen, "die das Dickicht der Anspielungen lichten."

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