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Slavoj Zizek
Die Tücke des Subjekts
Klappentext
Aus dem Englischen übersetzt von Eva Gilmer, Andreas Hofbauer, Hans Hildebrandt und Anne von der Heiden. Ein Gespenst geht um in der akademischen Welt. Es ist das Gespenst des cartesianischen Subjekts. Kognitivisten und Psychoanalytiker, Dekonstruktivisten und Anhänger des New Age, Heideggerianer und Habermasianer, Feministinnen und Postmarxisten, Ökologen und Enthusiasten des Cyber-Space ? alle haben sie das Ziel, dem westlichen Denken dieses Gespenst auszutreiben. Gemeinsames Objekt der Ablehnung ist jener mysteriöse Hauptangeklagte, der vermeintlich für alle Plagen der Menschheit verantwortlich ist, von der ökologischen Bedrohung bis zur politischen Unterdrückung. Das Ziel dieses Buches ist es hingegen, das philosophisch und politisch subversive Erbe des cartesianischen Cogito vom Standpunkt der psychoanalytischen Theorie Lacans aus freizulegen und zu verteidigen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.01.2002
Christian Schlüter ist, an sich, Feuer und Flamme für Zizeks Versuch, postmoderne Theorie wieder auf ihre marxistischen Füße zu stellen. Die Subjekttheorie, die Zizek dafür gebastelt hat - und die im dem Subjekt selbst nicht zugänglichen Anderen der Vernunft den Einbruch eines nicht kontrollierbaren Realen in die symbolische (Zwangs)Ordnung sieht -, die passt Schlüter offenbar gut. Sehr schön findet er auch, dass Zizek sich für uns durch den ganzen popkulturellen Abfallberg wühlt und dabei einen prima "Müll-Scout" abgibt. Schwierigkeiten hat er allerdings mit Zizeks Umgang mit dekonstruktiver Theorie- Konkurrenz, Foucault, Lyotard, Derrida und Deleuze insbesondere. Über vorsätzlich blinde "polemische Abgrenzung" gelangt Zizek, meint Schlüter, in der Auseinandersetzung mit diesen Denkern, zu denen vor allem noch Judith Butler hinzu kommt, nicht hinaus. Das wiederum findet er sehr schade, denn, erstens, scheint ihm Zizek einer der wenigen Theoretiker, der auch kluge Dinge zur Politik zu sagen hat, und zweitens demonstriere Zizek: "Theorie kann Spaß machen, einfach so."
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 27.11.2001
Ein Skandal! Ulrich Brieler kann's kaum fassen: Formuliert der Autor doch glatt das linke antikapitalistische Projekt neu! Und mit Verve. Und immerhin derart überzeugend (das Resultat einer "enormen Belesenheit", so Brieler), dass unser Rezensent auch nicht den kleinsten Raum sieht für "akademisches Naserümpfen." Die Hauptsache aber ist: Das Buch macht Laune. "Eine Wundertüte voller Neuigkeiten und Absonderheiten, prall gefüllt mit Lukullischem wie schwer Genießbarem." Mit schwer Genießbarem - tatsächlich. Ob theoretisch, politisch, stilistisch, meint Brieler, das Buch (apropos akademisches Naserümpfen) sei eine Provokation des großen Friedens der Geisteswissenschaften. Theoretisch geht das ungefähr so: Als Schalk, "der die Anstrengung des Begriffs niemals mit Humorlosigkeit verwechselt", macht sich Zizek daran, das cartesianische Subjekt zu retten. Und mitten in der Windmühlenschlacht gegen Diskurstheoretiker, Feministinnen, New-Age-Propheten u.v.a.m. gibt der Autor folgende Kontaktanzeige auf: "Suche in dürftigen Zeiten politisch und philosophisch Gleichgesinnte!" Mindestens einen hat er schon gefunden.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.08.2001
Diesen Autor hat der Rezensent nicht zum ersten Mal gelesen. Andreas Cremonini erkennt sogleich "den Zug ins Grundsätzliche" des ein Jahr nach der Originalausgabe nun auf Deutsch vorliegenden Werkes. Eine Tendenz zur "diskursiven Beruhigung", zur Konsolidierung der Zizekschen Themenkreise (Theorie der Subjektivität im Deutschen Idealismus, Theorie politischer Allgemeinheit, Theorie der sexuellen Differenz), die "sowohl der Lesbarkeit als auch der Verständlichkeit des Textes" zugute kommt. Was in den bisherigen Publikationen explosiv und provokativ daherkam, so Cremonini, ist nun wesentlich vorsichtiger formuliert und, wie im Fall des Deutschen Idealismus, "erstmals und fast ausschließlich aus einem philosophischen Kontext heraus entwickelt." Allerdings halte der Autor diesen Kurs nicht durch: Spätestens im zweiten, mittleren Teil, heißt es, gewinnt der "politische", interventionistische Stil Zizeks schon wieder die Oberhand. Für den Rezensenten leider ein Zeichen für "eine gewisse Orientierungslosigkeit", einen Mangel an Entwicklung und Durchführung.
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