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Rainer Maria Rilke, Auguste Rodin
Rainer Maria Rilke. Auguste Rodin. Der Briefwechsel
Und andere Dokumente zu Rilkes Begegnung mit Rodin
Klappentext
Herausgegeben von Rätus Luck. Aus dem Französischen von Rätus Luck und Heidrun Werner.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.08.2002
Mit 25 Jahren traf Rainer Maria Rilke das erste Mal August Rodin und arbeitete fortan als dessen Sekretär, informiert Hans-Albrecht Koch. Für Rilke, hat der Rezensent vermutlich dem Briefwechsel zwischen Rodin und dem Dichter entnommen, war seine Zeit bei Rodin "eine Schule des Sehens". Mit dieser Edition werde "eine der großen Konstellationen" zwischen Dichtkunst und bildender Kunst "nahezu vollständig zugänglich". Lange Briefe des Dichters wechselten einander mit kurzen Antworten des Künstlers ab, "verklammert" würden diese Briefe mit "umfangreichen Zitaten" aus anderen Briefwechseln und Dokumenten, die der Herausgeber wo immer möglich eingefügt habe, berichtet Koch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.08.2001
In einer Doppelrezension bespricht Silvia Henke zwei Bücher, die Aufschluss über Rainer Maria Rilkes Verhältnis zu Auguste Rodin geben: Den "Briefwechsel" von Rilke und Rodin und Rilkes "Tagebuch. Westerwede, Paris 1902" (beide Insel Verlag)
In Henkes ausführlicher Rezension wird nicht immer deutlich, welche Erkenntnisse sie aus dem Briefwechsel und welche sie aus dem Tagebuch gewonnen hat. Allerdings weist sie darauf hin, dass der Briefband - erstmals ins Deutsche übersetzt - nicht nur sämtliche Briefe Rilkes an Rodin enthält, sondern auch Briefe Rilkes an Dritte, die Aufschluss über sein Verhältnis zu Rodin geben. Dass umgekehrt kaum Briefe von Rodin an Rilke erhalten sind, kann die Rezensentin verschmerzen, da für Rodin Briefe "in erster Linie ein funktionales Instrument der Verständigung" gewesen seien. Die Lektüre der Tagebücher empfiehlt die Rezensentin ausdrücklich, weil sie ihrer Meinung nach wesentlichen Aufschluss über Rilkes Lebenslage zur Zeit des Briefwechsels geben und viel über Rilkes Einstellung zu Leben und Kunst offenbaren. Deutlich wird nach Henke insgesamt, wie einseitig die Bewunderung Rilkes für Rodin in den ersten Jahren gewesen ist, bevor das Verhältnis durch Rodins Art und Weise, Menschen nur nach Nützlichkeit und Funktionalität zu beurteilen, für lange Zeit abbrach. Erst als Rodin gezwungen war, Rilke auch als Künstler anzuerkennen, stellte sich so etwas wie Ebenbürtigkeit ein, referiert Henke. Doch deutlich werde bei der Lektüre auch, dass das Vorbild Rodin für Rilke in den späteren Jahren "zerfiel". Für Rilke habe es keine Trennung von Leben und Kunst gegeben, doch habe er erkennen müssen, dass sich Rodin nach "Feierabend" genauso verhielt 'wie jeder andere alte Franzose', mit Mätressen und Langeweile. Diese Distanzierung Rilkes scheint in beiden Büchern offenbar sehr deutlich spürbar zu sein.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.08.2001
Da freut sich der Rezensent: Endlich wieder ein Anlass über Rilke zu schwärmen, kongeniale Sätze zu schreiben wie: Rilke, "der sich auf seinen Versfüßen bewegt, als verdanke er sein Enjambement dem russischen Ballett." Brr! Doch Thomas Steinfeld kann auch anders. So rühmt er auch das Profane und Entlarvende der Gigantenbeziehung Rilke/Rodin, das der Band dem Leser entdeckt, und legt gesteigerten Wert auf die gleichfalls enthaltenen "Kommentare zum eigentlichen Geschehen" von Stefan Zweig und Romain Rolland. Als derart erweiterter Briefwechsel erst zählt das Buch für Steinfeld "zu den wichtigen Dokumenten der europäischen Kunst vor dem Ersten Weltkrieg".
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