Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Serbischen übertragen und herausgegeben von Peter Urban.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.12.2002
Der 1928 geborene Miodrag Pavlovic ist, befindet der Rezensent Peter Hamm, der neben Vasko Papa wichtigste serbische Nachkriegslyriker. Leitmotiv seines Werks ist eine Erfahrung des 13-Jährigen geworden: das deutsche Bombardement Belgrads im April 1941 mit mehr als 50.000 Toten. Im März 1999 wurde Belgrad erneut bombardiert - Hamm insinuiert hier per Hitlerzitat sehr bewusst eine weit reichende Parallele -, und Pavlovic schrieb unter dem Titel "Usurpatoren des Himmels" seine Erinnerungen an "die Schrecken der Kindheit" nieder. Hinzugefügt hat er 17 Gedichte, die, so Hamm, die "Erfahrung des Ausgeliefertseins an eine brutale Übermacht" am deutlichsten zur Sprache bringen. Kein Wort der Relativierung vom Rezensenten, stattdessen Feier des Dichters auch da, wo bei ihm vom "Volk" und seinem "Leiden" mit einiger Emphase die Rede ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.08.2001
Nicht weniger unheimlich als die Darstellung der deutschen Luftangriffe auf Belgrad am 6. April 1941 in Emir Kusturicas Film "Underground" schildert der serbische Lyriker, Dramatiker und Essayist Miodrag Pavlovic die grauenhaften Ereignisse dieses Krieges, und zwar aus der eigenen Anschauung, denn der 1928 geborene Autor hat die Bombardierung selbst erlebt, berichtet Lothar Müller. Zwar habe er seine Erinnerungen erst 1999 aufgeschrieben, doch stehe darin der Junge des Jahres 1941 in scharfen Umrissen vor den Augen des Lesers, meint der Rezensent. Das Buch sei nicht nur ein Kriegsbericht, sondern beschreibe zugleich die Entstehung des Schriftstellers Pavlovic, der sich seiner Berufung schon vor dem Luftangriff bewusst war und diesen in Notizen festhielt. Das Buch hat Müller vor Augen geführt, was ein Luftangriff im Leben eines Menschen bedeutet, welche Verletzungen die Risse in der Decke eines beschädigten Hauses im Inneren seiner Bewohner hinterlassen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2001
Ilma Rakusa stellt den wohl bekanntesten serbischen Lyriker des 20. Jahrhunderts vor: Miodrag Pavlovi, Jahrgang 1928. Seine Gedichte seien schon immer vom Thema Tod bestimmt gewesen, schreibt Rakusa, was zum einen mit den Erlebnissen des Dichters während des 2. Weltkriegs zusammenhänge, zum anderen aber auch damit, mutmaßt Rakusa, dass Pavlovi lange Zeit als Arzt gearbeitet und einen "besonderen Blick für das Prekäre der Existenz" entwickelt habe. Auch wenn die Todesbesessenheit in seinen Poemen Rakusa manchmal an altserbische Heldenepen erinnert, gehörte Pavlovi immer zu den Gegnern nationalistischer Anwandlungen und Gelüste, so die Rezensentin. Vor kurzem hat Pavlovi einen mehrteiligen Erinnerungstext über seine Kriegs- und Kindheitserlebnisse vorgelegt, den Rakusi schlicht "ergreifend" nennt: präzise, unsentimental, lebendig und im Übrigen von Peter Urban hervorragend übersetzt, wie sie anmerkt. Es gelänge dem Autor auf beeindruckende Weise, das Allgemeine mit dem Individuellen, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verknüpfen.
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Uangenehm plausibel
11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Joan Didion: Blaue Stunden
09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen







