Jürgen Nitz

Unterhändler zwischen Berlin und Bonn

Nach dem Häber-Prozeß: Zur Geschichte der deutsch-deutschen Geheimdiplomatie in den 80er Jahren
Cover: Unterhändler zwischen Berlin und Bonn
Das Neue Berlin Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783360010193
Broschiert, 320 Seiten, 15,29 EUR

Klappentext

Nachdem die Grenze offen war, schrieben sich viele in Ost wie in West das Verdienst zu, daran ursächlich mitgewirkt zu haben. Jürgen Nitz war als Unterhändler für die eine Seite aktiv. Zu Beginn der 80er Jahre hatten sich - auch wegen Moskaus Schwäche - Chancen für die DDR-Führung eröffnet, einen Prozess zur Überwindung des anormalen Zustandes in Deutschland einzuleiten. Einer der Protagonisten war Herbert Häber. Honecker holte ihn 1984 ins Politbüro. Wenig später reagierte man in Moskau unwillig. Häber wurde, um Honeckers Kopf zu retten, nicht nur aus der Schusslinie genommen, sondern regelrecht geopfert, die Deutschlandpolitik korrigiert. Fortan nahm eine verhängnisvolle Entwicklung ihren Lauf, die mit dem Kollaps der DDR und einer Sturzgeburt endete.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2001

Joachim Scholtysek vermutet, dass die "Geschichte (über diesen Band) hinweggehen wird wie über vergleichbare Rechtfertigungsschriften des 20. Jahrhunderts". Denn Nitz war, wie der Leser erfährt, beim DDR-Presseamt und später in der Nähe von Gerhard Beil, Minister für Außenhandel, tätig. Wie der Rezensent erläutert, befasst sich Nitz hier nicht mit den aufsehenerregenden Kontakten zwischen Franz-Josef Strauß und Alexander Schalk-Golodkowski, sondern mit "konkurrierenden Gruppierungen von Vermittlern zwischen Ost und West", die jedoch scheiterten bzw. ausgebremst wurden. Dass Nitz in diesen Kontakten gar "einen Beitrag zur Überwindung der deutschen Teilung" sieht, lässt der Rezensent unkommentiert, jedoch lässt sich zwischen den Zeilen doch Unverständnis über solche Diagnosen herauslesen. Als "nicht glaubhaft" bezeichnet er darüber hinaus den Versuch des Autors, Politiker wie Günter Mittag, Egon Krenz oder Erich Mielke als "Vorkämpfer des Falls der Mauer zu stilisieren". Hier tut sich jemand mit seinem "im Grunde doch recht randständigen Wirken" wichtig, lautet das Fazit Scholtyseks.
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