Azzopardi Trezza

Das Versteck

Roman
Cover: Das Versteck
Berlin Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783827003690
Gebunden, 356 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Monika Schmalz. Es gab eine Zeit, da hatte Frank Gauci Glück. Als er 1948 von Malta nach Cardiff kommt, in den härtesten Winter, den er je erlebt hat, schafft er es bald, sich hochzuarbeiten. Mit seinem Freund Salvatore betreibt er das Moonlight-Cafe und er trifft Mary, die seine Frau wird. Aber Frank ist ein Spieler, und als er nach fünf Töchtern glaubt, endlich einen Sohn zu bekommen, setzt er zu viel auf eine Karte...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.11.2001

"Es gibt Bücher", schreibt Susanne Mayer, "die sind wie Tunnel", die den Leser in sich hineinziehen, ohne ihn am Ende ein Licht erblicken zu lassen. Das verstört, erschreckt, macht fassungslos. Die Waliser Schriftstellerin Trezza Azzopardi hat ein solches Buch geschrieben, über ihre Kindheit in einem Haus am Ende einer dreckigen Sackgasse in Cardiff. Diese Kindheit war alles andere als berauschend. Armut, Verzweiflung, Einsamkeit sind die Eckpunkte von Dolores, die versucht sich zu erinnern: an das Leben mit ihren fünf Schwestern, den spielsüchtigen Vater, die verzweifelten Mutter, den Dunstkreis des Hafens und der Unterwelt, so die Rezensentin. Die Handlung habe keine Stringenz, sie sei zerfetzt, roh, wie die Seelenlage der Protagonistin. In Deutschland ist das Buch kaum zur Kenntnis genommen worden. In England hingegen, weiß Mayer, sofort auf der Shortlist des Booker Prize gelandet und war für den Guardian First Book Award im Gespräch. Gerade weil es schockiert, sollte es auch hier diskutiert werden, wünscht sich die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2001

Der gar zu grausigen Geschichte des Romans von Trezza Azzopardi sieht Bernadette Conrad ein Märchenmodell zugrunde liegen, ohne dass sie dies jedoch näher begründet. Die Romanhandlung trage viele symbolische und archaische Züge, ebenso wie das Märchen, nur gehe hier nichts gut aus. Auch sei am Ende niemand gestorben. Ob das allerdings ein Glück sei, bleibe fraglich. Ansonsten ist die Rezensentin von der "Tiefe" fasziniert, die die Autorin den vielfältigen Formen verleiht, mit denen die Protagonistin ihre entsetzliche Familiengeschichte erinnert. Conrad schätzt am Roman ein "zeitentiefes Erzählen", in das man sich erst mit Sorgfalt einlesen müsse. Die schnellen Schnitte zwischen den verschränkten Erzählebenen des Romans zwingen laut Rezensentin den Leser, einen großen Zeithorizont präsent zu halten.

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