Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm. In ihrer Studie offenbart Naomi Klein die Machenschaften multinationaler Konzerne hinter der Fassade bunter Logos. Der von ihr propagierte Ausweg aus dem Markendiktat ist eine Auflehnung gegen die Täuschung der Verbraucher, gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Zerstörung der Natur und kulturellen Kahlschlag. Durch ihre Demystifizierung verlieren die großen, global agierenden Marken an Glanz und Macht - zum Wohle aller.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 30.04.2001
Gottfried Oy findet das Buch interessant und das Engagement der Autorin sympathisch. Richtig zufrieden ist er aber nicht. Er bedauert, dass Klein keine "dezidierte Gesellschaftskritik" abliefert, sondern mit "hemmungslosem Pragmatismus" argumentiert. So geht sie den Marketing-Strategen seiner Ansicht nach gewissermaßen auf den Leim, wenn sie mit den bekanntesten Namen aus der PR-Szene operiert. Oy hätte eine strukturelle Analyse der "kapitalistischen Vergesellschaftungsmodi" bevorzugt. Ob die Autorin mit dieser Strategie allerdings ihr Ziel erreicht hätte, 'kommende Generationen von Unruhestiftern und Aufrührern zu inspirieren', wie sie selbst in ihrem Buch schreibt, darf bezweifelt werden.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 22.03.2001
Mathias Greffrath ist sehr angetan von dem Buch - er hält es für eine typisch amerikanische Mischung aus Sachbuch, Reportage, Analyse, Subjektivität und moralischer Empörung -, nennt es furios und fühlt sich zu antikapitalistischen Aktivitäten animiert. Dann zeichnet er einige Stationen des Buches nach, und kommt immer wieder auf die Kritik am Nike-Konzern zu sprechen. Im ersten Teil scheint eine Darstellung des alltäglichen Konsumterrors, der vor allem auch auf die Welt der Kinder übergreife, vorrangig, dann kommt die dunkle Seite des globalisierten Kapitalismus in den Blick, etwa die Produktion der Ware in sogenannten Billiglohnländern. Über den üblichen Antikonsumismus geht das Buch nach Greffrath hinaus, weil es wieder auf die Perspektive des Konsumenten zurückkommt, der schließlich das Ziel der Verkaufstaktiken ist, denen er sich potentiell widersetzen kann (die Veröffentlichung der Praktiken scheint hin und wieder tatsächlich Veränderung zu bringen). Der Appell, sich der Markenwelt zu widersetzen, ist nicht, wie der Rezensent feststellt, vom Marxismus inspiriert, sondern vieles beruht auf aufmerksamer Beobachtung der Markenwelt und weiter scheint ihm das Buch nicht von Pessimismus geprägt, sondern aufmunternd: "just do it".
Judith Hermann: Ich möchte zurückgehen in der Zeit Judith Hermann folgt den Spuren ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS im polnischen Radom stationiert war. Sie verknüpft ihr Schreiben mit seiner… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Svenja Leiber: Nelka Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden…