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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

David Foster Wallace

Kleines Mädchen mit komischen Haaren

Storys

Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2001
ISBN-10 3462029754
ISBN-13 9783462029758
Gebunden, 256 Seiten, 19,43 EUR

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Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Denis Scheck. Als Kind ist David Foster Wallace in Werbespots aufgetreten. Früh scheint er Sprache und Gestik des Fernseh- und Werbezeitalters registriert zu haben, und dieses Thema hat ihn nicht mehr losgelassen. Er stellt in seinen Stories die schrille Exotik und auch die Einsamkeit der Menschen in einer Mega-TV-Quiz-Show dar oder das verschwommene Realitätsbewusstsein von TV-Promis.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2001

Als die fünf Erzählungen 1989 in den USA erschienen, war David Foster Wallace erst siebenundzwanzig Jahre alt, informiert Uwe Pralle. Er bescheinigt diesem Autor aber trotz seiner Jugend und literarischen Unerfahrenheit großes Können. Sein Spektrum ist motivisch und sprachlich sehr weit, findet der Rezensent. Wallace bevorzuge die Erzählperspektive von Insidern verschiedenster Soziotope und verfüge dabei nicht nur über Sprachwitz, sondern vor allem über eine große Skala an Tonlagen, lobt Pralle. Für die sprachlich gelungenste Erzählung hält er "John Billy", aber auch die beiden Erzählungen aus der TV-Welt hält er für besonders erwähnenswert. Hier werde die Löchrigkeit der scheinbar perfekten Masken des Medienzeitalters entlarvt. In einem Essay formuliert Wallace selbst, dass er "aus den flachen Images des Fernsehens die verloren gegangene Wirklichkeit rekonstruieren" wolle, ein Anspruch, den der Autor durchaus einlöse, findet Pralle.

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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2001

Vater Literaturprofessor, Mutter Englischlehrerin, als Kind Auftritte im Werbefernsehen und als Jugendlicher auf der westamerikanischen Tennisrangliste platziert: Die Biografie von David Forster Wallace hört sich so an, als sei er für seinen Job gecastet worden, findet Tobias Rapp: Heute schreibt Wallace, neben seiner Tätigkeit als Dozent an einer Universität in Illinois, Bücher zum Thema, was es heißt, Mensch zu sein, weiß der Rezensent. "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" lautet der Titel seines neuesten Erzählbandes. Wallace, erklärt Trapp, wählt die Medienindustrie als Rahmen, um menschliche Konflikte zu beschreiben. In der Welt von Quizshows, alternden Schauspielerinnen und Yuppie-Anwälten richtet Wallace den Blick auf die Subjektivitäten in der Medienwelt und fügt so den zweidimensionalen Fernsehbildern eine dritte Dimension zu, informiert der Rezensent, ohne zu verraten, was er von den literarischen Ergebnissen hält.

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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001

Willi Winkler ist ziemlich angetan von den fünf in einem Band Kurzgeschichten von David Foster Wallace, obwohl sie die typischen Ingredienzien amerikanischer Geschichten wie "Kinderkram, milder Sex; einigermaßen unerhörte Begebenheiten" enthalten. Die findet Winkler normalerweise nicht so prickelnd, wie er eingangs ausführlich darlegt. Aber bei "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" funktioniert es für ihn doch, denn am Schluss sagt der Rezensent nur: "Das müssen sie lesen". Auch die Übersetzungsleistung von Marcus Ingendaay gefällt ihm. Es geht um Punks, die einen gestörten republikanischen Anwalt zu ihrem Maskottchen machen und um andere Absurditäten, die "das Groteske und Perverse" verbinden. Winkler zieht eine Parallele von dem Anwalt zum Protagonisten von Bret Easton Ellis` "American Psycho", findet Wallace dabei aber wesentlich witziger. Ein paar Kritikpunkte gibt es aber doch. So beklagt Winkler die lieblose Bearbeitung durch den Verlag, zum Beispiel vermeidbare Schreibfehler.

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