Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Denis Scheck. Als Kind ist David Foster Wallace in Werbespots aufgetreten. Früh scheint er Sprache und Gestik des Fernseh- und Werbezeitalters registriert zu haben, und dieses Thema hat ihn nicht mehr losgelassen. Er stellt in seinen Stories die schrille Exotik und auch die Einsamkeit der Menschen in einer Mega-TV-Quiz-Show dar oder das verschwommene Realitätsbewusstsein von TV-Promis.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2001
Als die fünf Erzählungen 1989 in den USA erschienen, war David Foster Wallace erst siebenundzwanzig Jahre alt, informiert Uwe Pralle. Er bescheinigt diesem Autor aber trotz seiner Jugend und literarischen Unerfahrenheit großes Können. Sein Spektrum ist motivisch und sprachlich sehr weit, findet der Rezensent. Wallace bevorzuge die Erzählperspektive von Insidern verschiedenster Soziotope und verfüge dabei nicht nur über Sprachwitz, sondern vor allem über eine große Skala an Tonlagen, lobt Pralle. Für die sprachlich gelungenste Erzählung hält er "John Billy", aber auch die beiden Erzählungen aus der TV-Welt hält er für besonders erwähnenswert. Hier werde die Löchrigkeit der scheinbar perfekten Masken des Medienzeitalters entlarvt. In einem Essay formuliert Wallace selbst, dass er "aus den flachen Images des Fernsehens die verloren gegangene Wirklichkeit rekonstruieren" wolle, ein Anspruch, den der Autor durchaus einlöse, findet Pralle.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2001
In fast allen Geschichten, meint Rezensent Richard Kämmerlings, spiele David Foster Wallace mit "dem auffälligen Interesse des Fernsehens für Listen, Hitparaden, Akkumulationen von Daten aller Art". Das literarische Universum dieses Autors, den er zu den bedeutendsten der jüngeren Generation amerikanischer Schriftsteller zählt, falle zusammen mit dem gekrümmten Kosmos der Medien. Bloß wurde er in Deutschland für Kämmerlings Geschmack ein bißchen zu spät entdeckt. Ein "wunderbares Beispiel für die Virtuosität", mit der Wallace aus einem trivialen Stoff erzählerische Funken schlage, ist für den Rezensenten die erste Geschichte des Bandes - ein Sittenbild aus der Showbranche. Nicht alle der fünf Erzählungen des Bandes reichten an die Qualität der ersten heran. Doch auch die "schwächeren Stücke dieses Erzähldebüts" findet Kämmerling sehr lesenswert. Ebenso das Nachwort von Denis Schreck. Von Übersetzer Marcus Ingendaay lesen wir nur, dass er durch die "harte Gaddis-Schule" gegangen sei und vermuten deshalb nur, dass Ingendaay auch diesmal seine Sache ganz gut gemacht hat.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2001
Vater Literaturprofessor, Mutter Englischlehrerin, als Kind Auftritte im Werbefernsehen und als Jugendlicher auf der westamerikanischen Tennisrangliste platziert: Die Biografie von David Forster Wallace hört sich so an, als sei er für seinen Job gecastet worden, findet Tobias Rapp: Heute schreibt Wallace, neben seiner Tätigkeit als Dozent an einer Universität in Illinois, Bücher zum Thema, was es heißt, Mensch zu sein, weiß der Rezensent. "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" lautet der Titel seines neuesten Erzählbandes. Wallace, erklärt Trapp, wählt die Medienindustrie als Rahmen, um menschliche Konflikte zu beschreiben. In der Welt von Quizshows, alternden Schauspielerinnen und Yuppie-Anwälten richtet Wallace den Blick auf die Subjektivitäten in der Medienwelt und fügt so den zweidimensionalen Fernsehbildern eine dritte Dimension zu, informiert der Rezensent, ohne zu verraten, was er von den literarischen Ergebnissen hält.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.03.2001
Willi Winkler ist ziemlich angetan von den fünf in einem Band Kurzgeschichten von David Foster Wallace, obwohl sie die typischen Ingredienzien amerikanischer Geschichten wie "Kinderkram, milder Sex; einigermaßen unerhörte Begebenheiten" enthalten. Die findet Winkler normalerweise nicht so prickelnd, wie er eingangs ausführlich darlegt. Aber bei "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" funktioniert es für ihn doch, denn am Schluss sagt der Rezensent nur: "Das müssen sie lesen". Auch die Übersetzungsleistung von Marcus Ingendaay gefällt ihm. Es geht um Punks, die einen gestörten republikanischen Anwalt zu ihrem Maskottchen machen und um andere Absurditäten, die "das Groteske und Perverse" verbinden. Winkler zieht eine Parallele von dem Anwalt zum Protagonisten von Bret Easton Ellis` "American Psycho", findet Wallace dabei aber wesentlich witziger. Ein paar Kritikpunkte gibt es aber doch. So beklagt Winkler die lieblose Bearbeitung durch den Verlag, zum Beispiel vermeidbare Schreibfehler.
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Bücher von Lesern empfohlen
Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...
Javier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...
Archiv: Bücherschauen
Das wäre ja der Tod
19.03.2010: Die FAZ schwärmt vom lakonischen Witz in Tom Drurys Roman "Der Tod des Vandalismus", dem sie mit Begeisterung zu den skurrilsten Orten der amerikanischen Provinz folgt. Die Sagen der Säufer, Zocker und Loser lässt sich die FR von Clemens Meyer erzählen. Großes Lob vergibt die SZ an Andreas Schäfers Roman "Wir vier". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Folgen Sie uns auf Twitter


