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Klappentext
Aus dem Russischen von Erich Ahrendt, Charlotte Kossuth, Georg Schwarz und Ilse Tschörtner. Die Novellen in diesem Band lassen die sommerlichen Boulevards von Moskau, die Kaschemmen von St. Petersburg, das algerische Constantine, kaukasische Kurorte und die Kajüten von Wolga-Dampfern in den lebendigsten und sattesten Farben erstrahlen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.07.2001
Ausführlich würdigt und kritisiert Katarina Döbler den russischen Schriftsteller Iwan Bunin (1870-1953), der nach dem Niedergang der zaristischen Ära nach Frankreich floh und dort einsam und arm starb, informiert die Rezensentin. Und das, obwohl er 1933 den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte. Umstritten war der "vormoderne" Autor nicht nur bei seinen Kollegen, auch die Besprechung von Döbler zeigt ein zwiespältiges Bild. Lese man nur den vorliegenden Band, dessen Erzählungen zum größten Teil dem Erzählband "Dunkle Alleen" entnommen sind, so entstehe beim Leser der Eindruck, dass Bunin ein exzentrischer Erotomane und hemmungsloser Nostalgiker gewesen sein muss, meint Döbler. Lediglich von der dunklen Seite des Begehrens - Destruktion und Auslöschung der eigenen Person oder der anderen - werde hier berichtet. Das allerdings erstaunlich explizit, äußerst stilvoll, sensibel und sinnlich, wundert sich die Rezensentin. Manche Erzählung ist ihr in dem rosigen Licht der Nostalgie als reiner Kitsch erschienen ("Tanja"), anderes aber zeuge von Bunins scharfer Beobachtungsgabe. Erfreut ist Döbler über das dem "typografisch schön gestalteten" Band beigefügte Dossier von Rainer Wieland, das die einseitige Auswahl der Novellen etwas relativiere. Bedauerlich findet sie, dass die Herausgeber keine literaturkritische Einordnung vorgenommen haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.05.2001
Nach einleitenden Worten über den Nobelpreisträger Bunin, schätzt Rezensentin Olga Martynova "Dunkle Alleen" als sein bestes Buch ein. Die gleichnamige Erzählung findet sich auch in dem vorliegenden Erzählband. Zunächst wirft sie aber einen Blick auf eine zufällige Begegnung Bunins, aus der das Sujet für die Erzählung "Visitenkarten" wurde, um dann die Faszination Bunins für den weiblichen Körper als zentralen Aspekts seines Werkes zu beleuchten. Den Titel des nun erschienen Bunin-Bandes hält sie für gelungen, auch mit der Übersetzung ist sie im Großen und Ganzen zufrieden, obwohl der Zauber der Sprache Bunins kaum zu übersetzen sei. Den Erzählstil seiner in der französischen Emigration entstanden Erzählungen lobt sie im Besonderen, denn damit sei er in der Moderne angekommen. Mit der Erzählung "Dunkle Alleen" verweist sie auf ein weiteres wichtiges Thema Bunins: der nostalgische Blick auf das noch nicht kommunistische Vorkriegs-Russland, wobei sie schließlich diese beiden Themen verschränkt: "Im Russischen ist Russland weiblich, Leben auch."
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.03.2001
Ziemlich beeindruckt zeigt sich Manuela Reichert von Iwan Bunin, den nach der Revolution im Exil lebenden und im Jahre 1933 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichneten russischen Dichter. Sie nennt ihn einen "Meister der wahren Empfindung". Deshalb wohl bemüht sie in ihrer Rezension einige Beispiele aus seinen Novellen, um Bunins Stil und seine Themen zu beschreiben. Ein zentrales Motiv seiner Erzählungen sind "Menschen, deren augenblicklicher Affekt, deren momentane Einsicht oder Empfindung ihr ganzes Leben prägen wird". Gelungen findet sie auch die Zusammenstellung der Novellen in diesem Band. Es handelt sich dabei um Geschichten, die oft autobiografisch sind und in der Zeit zwischen 1916 und 1944 entstanden.
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