Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Hjalmar Söderberg

Die Spieler

Zwölf Erzählungen und ein Roman

Cover: Die Spieler

Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2000
ISBN-10 3821841842
ISBN-13 9783821841847
Gebunden, 365 Seiten, 25,31 EUR

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Klappentext

Aus dem Schwedischen von Günter Dallmann und Helen Oplatka. Hjalmar Söderbergs wunderbaren, grausamen, leicht hingetuschten, lakonischen Erzählungen und sein berühmter Roman Doktor Glas haben das Publikum skandalisiert, dann wurden sie vergessen. Unsittlichkeit, Décadence, Zynismus, hat man ihm vorgeworfen - natürlich ganz zu Unrecht. Aber merkwürdig genug - ein Jahrhundert später kommen uns seine Figuren ziemlich bekannt vor. Nur Kostüm und Milieu haben sich verändert. Seine Charaktere aber scheinen eine gespenstische Wiederkehr zu feiern. Es sind Spieler, Bankrotteure, Spekulanten und Selbstmörder. Der rücksichtslose Individualismus, der sie in die Isolation treibt, ihre labilen Beziehungen, ihre desillusionierte Attitüde - das alles erinnert nur allzusehr an unsere verzweifelte Spaßgesellschaft. "Ich zapple, wie ich will", sagt einer von Söderbergs Helden. "Es gibt nichts Lustigeres als zu zappeln."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2000

Obwohl der Name Schnitzler keinmal fällt in der Besprechung Heinrich Deterings, der stattdessen Thomas Mann und Hofmannsthal ins Spiel bringt, stimmen die Ingredienzen, die Detering für die Erzählungen und den Roman des schwedischen Schriftstellers Söderberg benennt: in ihnen verbindet sich `kühle Eleganz` und `beißende` Gesellschaftskritik zu einem desillusionierten Portrait Stockholms am Ende des 19. Jahrhunderts. Fin de Siècle-Stimmung, die bürgerlich-mondäne Welt des Ennui, in der die Menschen `etwas Form und Stil für ihr Unglück` suchen, wie Detering eine der Figuren aus Söderbergs Erzählungen sagen lässt. Detering macht eine interessante Entdeckung: den Roman `Doktor Glas` findet er beim Wiederlesen etwas angestaubt, schließlich sei der an Freud geschulte analytische Blick seither einstudiert; die kürzeren, vor allem späten Erzählungen haben seiner Meinung nach jedoch an `Lebendigkeit eher gewonnen`, über ihnen liege der `humoristische Glanz eines Spätwerks`.

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.09.2000

Um die Liebe kreisten fast alle hier versammelten Texte, läßt uns der Kritiker mit dem Kürzel "c. hr." wissen. Und präzisiert: nicht um die "sinnliche, lebensbejahende, sondern die problembehaftete Seite", deren Ursachen in den Erzählungen scharfsinnig analysiert würden. Der Rezensent taucht kurz in die Stockholmer Welt um 1900 ein, als dortige Bürger "noch Zeit hatten, morgens auszureiten und mit weiblichen Bekannten ein paar muntere Worte zu wechseln" und "von Verehrern geschenkte Veilchenbuketts am Dekolleté befestigt wurden". Doch vermisst man in diesen kurzen Impressionen des Rezensenten schmerzlich die beschriebene scharfsinnige Analyse Söderbergs. "Illusionslos und düster", findet der Rezensent, sei Söderbergs Welt und wir finden, Stockholmer Bürger um 1900 müßte man sein.

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Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Archiv: Vorgeblättert

Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945, Band 3

07.05.2012: Der Band 3 der Edition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933-1945" dokumentiert die Judenverfolgung im Protektorat Böhmen und Mähren seit März 1939 und im Deutschen Reich vom Beginn des Zweiten Weltkriegs bis zum September 1941. Lesen Sie hier einige Dokumente. Mehr lesen

Goncalo M. Tavares: Die Versehrten

19.04.2012: Mylia trotzt seit Jahren den Prognosen der Ärzte über ihren bevorstehenden Tod; Ernst, ihr ehemaliger Geliebter, ist seit seinem Aufenthalt in der Nervenklinik ein gebrochener Mann, und Hinnerk ist ein vom Krieg Gezeichneter. In einer schicksalhaften Nacht treffen all diese Personen aufeinander. Hier eine Leseprobe aus Goncalo M. Tavares' Roman "Die Versehrten". Mehr lesen

Laszlo Vegel: Sühne

12.04.2012: Ausgehend vom Vielvölkerstaat Jugoslawien beginnt László Végel eine Erkundung Europas und macht sich auf die Suche nach einem Ort, an dem eine sinnvolle Existenz möglich ist. Im Mittelpunkt der Vermessung der europäischen Möglichkeiten steht der wiederaufkommende Faschismus in Südosteuropa. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Sühne". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren