Kaum ein philosophischer Autor des 20. Jahrhunderts hat weniger über Ethik geschrieben als Wittgenstein. Dennoch wurden seine Schriften von Anbeginn von einem "ethischen" Impetus gespeist. Es ging dem Philosophen darum, die "philosophische Anschauungsweise" seiner Zeit zu verändern und zu einer "richtigen Sicht" der Dinge zu verhelfen, die die Probleme des Lebens ebenso wie das Quälende philosophischer Fragen zum Verschwinden bringt. In seiner Frühphilosophie propagierte er eine Sicht "sub specie aeternitatis", in der sich der "ethische Sinn" des "Tractatus" mit einer Theorie der Bildlichkeit des Satzzeichens verbindet. Der neue Denkstil des Spätwerks führt Wittgensteins Philosophieren zu einer Sicht "sub specie hominis". Majetschak zeigt, wie sich dieser Denkstil in den Hauptthemen des Spätwerkes niederschlägt und Perspektiven einer Philosophie aufreißt, die von universalistischen Ansprüchen Abschied genommen hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2001
Der Rezensent Gustav Falke wittert eine Seminararbeit und will sie, da "bloßes Referat", keinesfalls mit "sehr gut benoten". Wenn sich auch der Autor ungerecht behandelt fühlen könnte, da er nach eigener Aussage nur Wittgensteins Denken nachzeichnen will ohne "eine neue Theorie von Bedeutung" daraus "zu destillieren", bleibt Falke hart und wirft dem Autor "kein Interesse an den Gegenständen" vor. Ums Nachsitzen wird der so Gemaßregelte bei "Professor" Falke wohl nicht herumkommen.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…