Ausgehverbote für Jugendliche werden häufig als Allheilmittel bei der Bekämpfung von Kriminalität und Viktimisierung Jugendlicher propagiert. Erstmalig vor 100 Jahren eingeführt, erlebt dieses ordnungspolitische Instrument in den Großstädten der USA eine Renaissance. Der Verfasser durchleuchtet zunächst die Entwicklung, den Inhalt und die verfassungsrechtliche Legitimation verschiedener kommunaler Ausgehverbote unter Berücksichtigung der aktuellen amerikanischen Präventionsstrategien. Neben der zentralen Frage nach dem Einfluß eines Ausgehverbotes auf die Jugenddelinquenz widmet sich die Abhandlung auch dem Aspekt der generellen Durchsetzbarkeit der Vorschrift sowie der Diskussion über das Risiko des Mißbrauchs durch staatliche Kontrollorgane. Angesichts vergleichbarer Strukturen setzt sich die Arbeit schließlich mit der Polizeiverordnung vom 9. März 1940 auseinander, mit der seinerzeit ein nächtliches Ausgehverbot für Jugendliche in Deutschland verhängt wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2001
Die sehr "differenzierte" Bestandsaufnahme, die der Autor Oliver Franz zu dem Thema Ausgehverbot für Jugendliche vorlegt, wird lobend von dem Rezensenten Milos Vec hervorgehoben. Die Fragen, die sich allerdings aus der Konfrontation "zwischen moderner amerikanischer Rechtspolitik und der Gesetzgebung im Nationalsozialismus" ergeben, werden nach Meinung des Rezensenten leider nicht problematisiert. Was bleibt ist ein "verdienstvolles" Bemühen um die Rekonstruktion der Aktenlage, die, ausgebreitet vor dem Leser, weiterhin nach Meinung des Rezensenten einer theoretischen Analyse harrt.
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