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Klappentext
Aus dem Spanischen übersetzt von Svenja Becker, Astrid Böhringer, Christian Hansen und Dagmar Ploetz. Gabriel Garcia Marquez ist nicht nur ein großer Romancier, sondern auch ein bedeutender Journalist und Reporter. Brillant geschrieben und fundiert recherchiert, belegen dies aufs Neue die vorliegenden Arbeiten, die sich wie eine bewegende Chronik einschneidender politischer und gesellschaftlicher Ereignisse der letzten 25 Jahre lesen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.12.2000
Erstaunlich ist die Bandbreite der Themen, mit denen sich Marquez befasst habe, schreibt Georg Sütterlin über den Schriftsteller Marquez, der als Journalist begonnen hat und dieser Berufung aus Neigung immer nachgegangen ist. Sütterlin zitiert den Autor mit der Bemerkung, der Journalismus erlaube ihm, den Kontakt mit der Wirklichkeit aufrechtzuerhalten. Trotzdem muss Sütterlin ein eher unkritisches Verhältnis zur Wirklichkeit konstatieren. Manche der politischen Texte seien von geradezu "propagandistischer Natur", schreibt der Rezensent, etwa Marquez` Berichte über Kuba oder das kubanische Engagement in Angola. Hinzu kommt nach Sütterlin der Umstand, dass viele Artikel veraltet sind, was ihre Attraktivität auch nicht erhöht, denn wer möchte heutzutage noch wissen, fragt er, warum man die Tragödie der vietnamesischen Boat-People nicht der kommunistischen Regierung anlasten könne. Aber nicht alle Texte seien so: hin und wieder stoße man auf lohnenswerte Geschichten, in denen der Autor den Stoff auf eine literarische, phantastische Ebene verlagert habe wie etwa die Schilderung der Erstürmung des Nationalpalastes in Managua: ein "halluzinierendes Beispiel" der journalistisch-literarischen Kompetenz von Marquez.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.12.2000
Wilfried Schoeller beginnt seine Kritik mit einem Verriss und endet mit Bewunderung. Zumindest der erste Teil dieser Sammlung von Reportagen geht ihm aber gewaltig auf die Nerven: die Lobhudeleien auf Castro etwa - Marquez preist ihn "ausgerechnet" für seinen Kampf gegen den Personenkult - und die "holzschnittartige Verachtung" für die US-Amerikaner. Dann scheint es aber besser zu werden: den "panoramaartigen Bericht" über Vietnam nach dem Abzug der Amerikaner möchte der Rezensent "keinesfalls missen", und auch die Reportagen über den Regierungssturz der Somozas oder das rätselhafte Verschwindens eines kolumbianischen Guerilloführers haben Schoeller gut gefallen. Hier setze Marquez auf "exakte Rekonstruktion" und die "Kraft von bizarren Einzelheiten".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2000
Régis Debray habe mal die Artikel und Reportagen von Marquez, der immer nebenbei auch als Reporter gearbeitet hat, als "journalistische Essays" bezeichnet, schreibt Richard Swartz. Jetzt, nachdem er sie sozusagen dutzendweise studiert hat, versteht er die Aussage Débrays besser: sie hatten "politisch nützlich" zu sein, meint Swartz. Ideologische Voreingenommenheit schimmert seiner Meinung nach in fast allen fast immer Lateinamerika geltenden Artikeln durch: Marquez, der Sozialist, der mit Fidel Castro sympathisiert und sich in Kuba durchs Land kutschieren lässt. Als würde er die ideologische Beschränkung selber spüren, meint Swartz, breche Márquez, der Schriftsteller, öfter mal durch: indem er sich aufs Konkrete, auf die Details verlegt habe. Ein guter Journalist spare aus, um das Wesentliche sagen zu können, hält er dagegen. Ein schönen Text hat Swartz trotzdem in der Sammlung entdeckt, der von einem verlorengegangenen Knopf während einer Audienz beim Papst handelt. Als der Knopf gefunden war, war auch die Audienz vorbei. Ein Albtraum für einen Reporter, Márquez wie Swartz.
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