Bücherschau der Woche
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Ingrid Betancourt
Die Wut in meinem Herzen
Klappentext
Aus dem Französischen von Christiane Filius-Jehne. Bereits als Kind verfolgte Ingrid Betancourt die lebhaften Diskussionen ihrer Eltern mit Freunden wie Pablo Neruda und Gabriel Garcia Marquez im französischen Exil. Und mit 29 Jahren stand ihr Entschluss fest: Gemeinsam mit ihren beiden Kindern kehrte sie in ihr Heimatland Kolumbien zurück, um dort für eine bessere Zukunft zu kämpfen. "Zweimal schon hat die Mafia versucht, mich zu töten. Ich bin mir der Gefahr bewusst, aber ich lasse mich nicht einschüchtern." Ingrid Betancourt erzählt von ihrem Leben, das sie dem Kampf gegen die Korruption gewidmet hat, auch wenn dies die alltägliche Bedrohung für sie selbst bedeutet - und die Trennung von ihren Kindern.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 29.07.2002
"Eine schonungslose, kenntnisreiche Abrechnung mit Korruption und Drogenmafia in Kolumbien" sieht Ingrid Müller-Münch in dem politischen Tagebuch der unbequemen kolumbianischen Politikerin Ingrid Betancourt. Die politischen Umstände, wie die Rezensentin schildert, machten es nicht verwunderlich, dass das Buch in Frankreich inzwischen ein Bestseller sei: Das Buch darf in Kolumbien nicht erscheinen, Betancourt selbst ist im Februar von der Farc-Guerilla entführt worden, das Interesse der Staatsführung, die nimmermüde Kritikerin an den Verhältnissen im "Ganoven-Staat" gegen inhaftierte Rebellen auszustauschen ist natürlich gering. So lobt Müller-Münch, dass Betancourts "politisches Testament" auch dem mit Kolumbien nicht vertrauten Leser das Land nahe bringe und das von der Mafia durchsetzte Regime entlarve. Betancourt schreibt "mit Sprachwitz" und "Leidenschaft", so die Rezensentin, "ihre dezenten Überschätzungen der eigenen Person verzeiht man ihr gerne".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.05.2002
"Beklemmend" und "erschreckend" sind die richtigen Beiwörter für diese politische Autobiografie. Beklemmend findet Frank Niess, wie die Autorin, die im Februar verschwundene kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, ihre Flucht vor den "Auftragskillern der politischen Klasse" beschreibt, "erschreckend anschaulich" ist ihre Schilderung des allgegenwärtigen Terrors und der Korruption in Kolumbien, gegen die Betancourt gekämpft hat. Das Ganze lese sich "wie ein Krimi", schreibt Niess, den es allerdings überrascht, dass Betancourt erst ganz am Schluss auf "andere Seiten des Terrors" zu sprechen kommt: auf die rechten Paramilitärs und auf die linken FARC-Rebellen.
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