Dies ist die Lebensgeschichte des Karl Lackner, eines Wiener Proletarierkindes, geboren am Ende des 19. Jahrhunderts. Obwohl ein guter Schüler, verwehrt ihm die Armut der Eltern das Gymnasium. Doch durch Fleiß und Hungern schafft es Karl bis auf die Lehrerbildungsanstalt und das Leben schient sich ihm zu öffnen. Noch bevor er aber eine Stelle antreten kann, bricht der Krieg in das Leben Karl Lackners ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2000
"Berühmt und trotzdem unbekannt ist dieser Roman", befindet Franz Haas, der die Neuerscheinung ausdrücklich begrüßt. Doch bevor er auf das Buch genauer zu sprechen kommt, erinnert er daran, dass Brunngraber schwer einzuordnen war. Denn er ging nicht ins Exil, sondern veröffentliche in den dreißiger Jahren Bücher wie den vorliegenden Roman, obwohl hier, wie Haas betont, deutlich aufgezeigt wird, "wie die Folgen der Politik den kleinen Mann zerdrücken können". Haas zeigt sich beeindruckt davon, wie der Autor immer wieder (welt-)wirtschaftliche Ereignisse mit der Geschichte des Karl verknüpft. Da ist von der Weltwirtschaftskrise, vom Börsenkrach, von Politik die Rede und auf den anderen Seite "in lakonischen Sätzen" vom persönlichen Elend des Protagonisten und vom Einfluss des Krieges auf den Alltag der Menschen. Dies alles findet Haas ausgesprochen plastisch geschildert. Dass Brunngraber sich jedoch nie zu "proletarischer Rührseligkeit und trivialer Ideologie" hinreißen lässt, gehört für den Rezensenten zur besonderen Stärke des Romans.
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