Was ist eigentlich Kunst? Und: Was ist große Kunst? Was für Arten von Kunst gibt es? Wie verändert sie sich im Lauf der Geschichte? Wie hängt sie mit der natürlichen, wie mit der gesellschaftlichen Welt zusammen - und wie mit dem einzelnen in dieser Welt? An zahlreichen Beispielen aus Musik, Literatur, Malerei und anderen Künsten entwickelt Harald Fricke durch eine strikt rationale, begrifflich präzise Philosophie der Kunst eine differenzierte Antwort auf solche Fragen. Zwei Jahrzehnte nach seiner "Philosophie der Literatur" legt Harald Fricke jetzt eine Philosophie der Kunst vor: die Poetik der Abweichung wird erweitert zur allgemeinen Ästhetik. An zahlreichen Beispielen werden Grundbegriffe des Redens über Kunst philosophisch geklärt und historisch differenziert angewendet. Aus der Rolle von Gesetz und Freiheit, von Wiederholung und Variation auf dem Feld der Ästhetik ergeben sich schließlich tiefere Einblicke in das Verhältnis von Kunst, Zeit und Tod.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2000
Marie-Luise Raters ist der Ansicht, dass das, was Fricke in diesem Buch zu sagen hat, "nicht unbedingt neu, aber im Detail unbestreitbar spannend ist". Leider vermittelt sich das Spannende daran nicht unbedingt in der Rezension. Raters erläutert dem Leser zunächst, dass es Fricke vor allem um die Darstellung geht, inwiefern sich Künstler gegen `Quasi-Normen` auflehnen und inwieweit dabei `(kunst-)interne oder externe Funktionen` eine Rolle spielen. Antwort darauf gibt der Autor, so Raters, jedoch erst im letzten Teil des Buchs, wo erläutert wird, dass Künstler von den `Quasi-Normen` abweichen, "um sich zu befreien - und zwar vom Gesetz der Zeit". Dies ist nach Fricke, wie die Rezensentin referiert, nur durch Wiederholung möglich, weil diese `in der Kunst eine Auflehnung gegen die Tyrannei unumkehrbar verfließender Zeit` sei. Raters bescheinigt Fricke an dieser Stelle eine "existenzphilosophische Wende" und stellt abschließend die Frage, ob hier nicht "Kunst und Leben" mit einander verwechselt werden.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…